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10 Millionen Nutzer
08/11/2015

Shpock: "Kontakt zur Community ist entscheidend"

Die Flohmarkt-App zählt inzwischen zehn Millionen User. Der futurezone erzählen die Gründer von ihrem Erfolgsrezept, dem Kontakt zur Community und ihren Zukunftsplänen.

von Martin Pacher

Die Zahlen sprechen für sich. Das bei Digital-Natives äußerst beliebte Shopping-Portal Shpock durchbricht nun erstmals die magische Grenze von zehn Millionen Nutzern. Mittlerweile werden auf der Plattform Second-Hand-Produkte im Wert von 2,5 Milliarden Euro gehandelt. Damit kann sich die Flohmarkt-App rund um die Gründer von Armin Strbac und Katharina Klausberger nun endgültig am internationalen App-Markt durchsetzen.

Der Schlüssel zum Erfolg

In einem Gespräch mit den beiden App-Machern erfuhr die futurezone, welche Faktoren dafür ausschlaggebend waren, dass man insbesondere im vergangenen Jahr ein derartiges Wachstum an Nutzerzahlen erreichen konnte. Waren es im Sommer 2014 noch drei Millionen Nutzer, so zählt die App mittlerweile mehr als zehn Millionen User. Laut den Gründern war dafür einerseits die Optimierung der Benutzeroberfläche, andererseits der ständige Kontakt zur Shpock-Community entscheidend.

Vor zwei Jahren wurde die gesamte App einem Redesign unterzogen, indem man auf eine bildlastige Benutzeroberfläche setzte. Die „Textwüsten" der alten Plattformen sollten der Vergangenheit angehören. „Wir wollten eine App machen, die uns selbst gefällt. Das Stöber- und Shopping-Erlebnis in der unmittelbaren Nachbarschaft sollte im Vordergrund stehen”, so Katharina Klausberger im Gespräch mit der futurezone.

Feedback und TV-Spot

Zusätzlich verbesserte Shpock 2014 die interne App-Kommunikation zwischen Verkäufer und Käufer, indem die App-Macher im vergangenen Jahr über 20 Updates für iOS und Android veröffentlichten. „Nur über das ständige Feedback der Shpock-Community können wir am Puls der Zeit bleiben. In der schnelllebigen Branche muss man ständig nach neuen Innovationen streben”, erläutern die Gründer. Zusätzlich investierte das Wiener Start-up erstmalig in einen eigenen TV-Werbespot, um den Bekanntheitsgrad der Flohmarkt App zu steigern.

Kernmärkte

Deutschland und Großbritannien zählen neben Österreich zu den Kernmärkten der Flohmarkt-App. „In diesen Ländern gibt es ein verstärktes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Second-Hand-Produkte”, sagt Sphock-Mitbegründerin Klausberger auf die Frage, warum das Wiener Start-up genau in diesen Ländern derart präsent sei. In Österreich, Deutschland und Großbritannien zählt Shpock zu den Top 5 Lifestyle-Apps und schafft es somit regelmäßig an die Spitze der iOS- und Android-Charts.

Hinsichtlich ihrer Expansionstrategie halten sich die App-Macher jedoch bedeckt. „Darüber sprechen wir, wenn die Zeit reif dafür ist”. Laut Shpock wolle man sich auf die derzeitigen Kernmärkte fokussieren, um die bestehende Vormachtstellung gegenüber anderen Konkurrenten am Markt abzusichern.

Die österreichische Start-up-Szene

Erfolgreiche Start-ups aus Österreich rückten zuletzt wieder verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Vergangene Woche hat der Sportartikelhersteller Adidas den in Österreich ansässigen Fitness-App-Entwickler Runtastic für 220 Millionen Euro übernommen.

Wie Shpock-Mitbegründer Strbac erläutert, habe sich die Start-up-Szene in Österreich enorm verändert. „Heute ist die Szene viel lebhafter geworden." So lobt er beispielsweise die österreichische Förderlandschaft, die sukzessive ausgebaut wird. Veranstaltungen wie das Pioneers-Festival, bei dem sich jedes Jahr die internationale Start-up-Szene in Wien versammelt, würden optimale Netzwerksynergien für junge Start-ups liefern und die Suche nach Investoren erheblich erleichtern.

Dennoch müsse man noch mehr finanzielle Anreize für private Investoren schaffen, wie beispielsweise die steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen für junge Start-ups, so Strbac. Zudem vermisst er in der österreichischen Start-up-Szene eine „Kultur des Scheiterns”, die in anderen Ländern, wie beispielsweise den USA, viel etablierter sei.