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Campus weXelerate: Die ersten 52 Start-ups ziehen ein.

Das weXelerate-Gebäude am Wiener Donaukanal
Das weXelerate-Gebäude am Wiener Donaukanal - Foto: Michael Beck
Das neue Wiener Gründerzentrum steht kurz vor der Eröffnung und gibt die ersten Start-ups bekannt, die am Accelerator-Programm teilnehmen.

Ab 25. September wird der neue Wiener Start-up-Hub weXelerate seine Pforten öffnen. Nun wurden die ersten Start-ups ausgewählt, die am Programm teilnehmen und für vier Monate im Gründerzentrum einziehen werden. Über 1000 Bewerber aus mehr als 60 Ländern habe es gegeben, heißt es seitens der Verantwortlichen, die sich erfreut zeigen über den großen internationalen Anklang. Die 52 ausgewählten Firmen stammen aus 14 verschiedenen Nationen. Der Hauptanteil ist aus dem deutschsprachigen Raum (Österreich und Deutschland), aber auch Start-ups aus Großbritannien, Polen, Tschechien und den USA sind dabei.

Die Betreiber werten die Bewerberzahlen als gutes Zeichen dafür, dass der Standort Wien/Österreich positiv wahrgenommen wird. Insgesamt kommen die 52 ausgesuchten Firmen auf ein Volumen von rund 23 Millionen Euro, die bereits in sie investiert wurden. Im Schnitt bestehen die Start-ups aus neun Teammitgliedern.

Stephan Jung
Stephan Jung - Foto: weXelerate

„Wir haben auch gesehen, dass unser Modell des Multi-Corporate-Accelerators, der keine Anteile von den Firmen nimmt, sehr gut ankommt”, sagt Stephan Jung, Managing Partner & Director of Programs bei weXelerate, im Gespräch mit der futurezone. Nun gelte es, die ersten vier Monate mit den Start-ups und Unternehmenspartnern gut umzusetzen und einen Mehrwert für das Ökosystem zu bieten.

Unternehmen als Partner

weXelerate arbeitet mit Corporate-Partnern aus derzeit fünf Industriebereichen zusammen: Medien, Banking, Versicherungen, Energie und Infrastruktur sowie Industrie 4.0. Im Rahmen von Partnerverträgen erhalten sie die Möglichkeit, im Open-Innovation-Verfahren mit Gründern und Start-ups an Digitalisierungsstrategien und neuen Geschäftsfeldern zu arbeiten. In der ersten Runde geht es hier vor allem um die Themengebiete Blockchain, Internet of Things, Mobility, Cybersecurity und künstliche Intelligenz (KI).

Gleich 13 der aufgenommenen Start-ups arbeiten im Bereich KI und Bots für Banken. Neun haben ähnliche Lösungen für den Versicherungsbereich am Start. Auch aus dem IoT- und Big-Data-Bereich wurden besonders viele Start-ups ausgewählt.

 weXelerate
Foto: weXelerate

Die Unternehmenspartner, zu denen auch Medien wie der Kurier und ORF zählen, konnten sich für einzelne Firmen (bis zu fünf) entscheiden und diese für eine künftige Zusammenarbeit auswählen. So wird der Kurier etwa mit den Start-ups Feedpresso (Machine Learning für Nachrichtenpersonalisierung) und Intellyo (intelligente Marktforschungstools) in enger Partnerschaft stehen. Einige der Start-ups konnten gleich bei mehreren Corporate-Partnern Interesse wecken - so etwa Unigraph (ORF und Wüstenrot), Compaio (Volksbank, Raiffeisen Bank, Post) oder Collect AI (T-Mobile, Wien Energie.

Herausforderungen

„Eine der größten Herausforderungen bislang war es, die Menge an Bewerbungen fair und transparent zu bewerten”, sagt Jung. Dafür habe man sich einen Kriterienkatalog zurechtgelegt. Die Auswahl selbst erfolgte dann in einem dreistufigen Prozess, der mit einer Shortlist endete, aus der die beteiligten Corporate-Partner ihre Favoriten auswählten.

Da sich auch diverse Start-ups aus Ländern wie Iran, Russland, Türkei und Israel beworben hatten, die jedoch in so kurzer Zeit nicht zu den benötigten Visa kommen konnten, will man sich bei weXelerate jetzt auch noch einmal damit auseinandersetzen, wie Firmen aus diesen Nationen der Weg nach Österreich erleichtert werden könnte. Dazu führe man auch Gespräche mit der Wirtschaftskammer sowie den jeweiligen Botschaften, so Jung.

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Foto: /Michael Beck

Förderungen 

Außerdem seien einige der Bewerber (besonders aus Osteuropa) weggefallen, weil sie die anfallenden Kosten - für den viermonatigen Aufenthalt im Gründercampus plus Reisekosten müssen rund 30.000 Euro veranschlagt werden - nicht stemmen konnten. Diesbezüglich will sich weXelerate für die Zukunft ebenfalls Lösungen, etwa in Form von kleinen Stipendien, überlegen. Auch mit Fördereinrichtungen könne man sich kurzschließen, um hier künftig Start-ups finanziell zu unterstützen. „Solche Förderungen würden aus jetziger Sicht etwa zehn Prozent der Bewerber betreffen”, sagt Jung.

Den zweiten Schwung an Start-ups wird es Ende Jänner/Anfang Februar bei weXelerate geben. Die Bewerbungsphase dafür startet bereits im Oktober. Für die Zukunft überlegt man sich am Gründercampus auch ein Programm, das speziell der Marktexpansion dienen soll, verrät Jung. „Hier geht es um die Gateway-Funktion, die Wien für Start-ups aus dem osteuropäischen Raum übernehmen kann bzw. auch für deutsche Start-ups, die wiederum in den CEE-Raum hinein wollen.” Dabei werde es eher um Firmen gehen, die älter als sind als die, die derzeit im Accelerator-Programm sind. Wann man mit dieser zweiten Schiene starten wird, steht noch nicht konkret fest.

(futurezone) Erstellt am 28.08.2017, 09:00

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