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Sleeptracker Beddit im Test: Schlafstatistik für 24-Stunden-Performer.

Beddit Sleep Tracker
Beddit Sleep Tracker - Foto: Beddit
Der Sleep Tracker Beddit liefert Zahlen zum eigenen Schlaf. Die Jagd nach dem optimalen Sleep Score könnte sich aber destruktiv auswirken.

Genau wie Fitnesstracker Körperwerte bei Aktivität am Tag überwachen, misst der Sleep Tracker Beddit bei Nacht Puls und Atmung von Schlafenden. Das Gerät wird nicht am Körper getragen, sondern auf der Bettmatratze montiert. Von dort werden die Messdaten per Bluetooth 4.0 an eine Mobilgeräte-App geliefert. Diese hält am Morgen Zahlenstatistiken und Kommentare zur vergangenen Nacht bereit. Die futurezone hat Beddit einige Wochen lang getestet.

 

Technik

Die Hardware von Beddit besteht aus einem kleinen, flachen Plastikgehäuse an einem 65 Zentimeter langen Sensorband. Dieses wird unterhalb des Leintuchs auf die Matratze des Anwenders geklebt, und zwar so, dass das Plastikgehäuse an der Matratzenseite herunterhängt. Per Kabel wird Beddit an den Stromstecker angeschlossen. Die Beddit-App verlangt Android 4.0 oder höher bzw. iOS 8.0 oder höher, sowie ein Mobilgerät, das Bluetooth 4.0 beherrscht.

Verlaufskurven

Die Anwendung des Geräts gestaltet sich unkompliziert. Die App verbindet sich schnell mit dem Sleep Tracker. Wenn man zu Bett geht, aktiviert man die Messung mit Fingertipp und auf geht's ins Land der Träume. Nach dem Erwachen beendet man die Messung per App und erhält nach wenigen Sekunden Datenverarbeitung das Ergebnis präsentiert.

In einer Verlaufskurve wird angezeigt, wie sich die Pulsrate während des Schlafs entwickelt hat. Ein weiterer Graph zeigt die Tiefe des Schlafs (wohl anhand der aufgezeichneten Bewegungs-Aktivität) zwischen den Extremwerten "Tiefschlaf" und "Licht" - vielleicht war hier eigentlich "leicht" gemeint? Man weiß es nicht, aber man versteht, worum es geht.

Effizienzpunkte und Sleep Score

Angezeigt werden außerdem die Gesamtdauer des Schlafs, die Zeit bis zum Einschlafen, die Anzahl der Male, wo man aufgestanden ist, die Zeitsumme, die man wach verbracht hat, die Zeitsumme mit unruhigem Schlaf und die Schlafeffizienz. Die Schlafeffizienz setzt sich aus den Faktoren Schlafdauer, Einschlafzeit, Schlaf- vs. Wachphasen, Unruhiger Schlaf, Schnarchen, Wach und Aufgestanden zusammen. Der wichtigste Faktor und Ausgangspunkt dabei ist die Schlafdauer.

Zur vereinfachten Darstellung der eigenen "Schlafleistung" führt Beddit den so genannten Sleep Score an. Maximal ist hier ein Wert von 100 möglich. Ab einem Wert von 75 befindet man sich im grünen Bereich, was soviel heißt wie: Man hatte einen ausreichend guten Schlaf. Bei einem Sleep Score unter 75 hat man im Gegenschluss also nicht gut geschlafen.

Kommentare und Wecker

Neben Zahlenwerten gibt es auch noch schriftliche Kommentare zum bewältigten Schlaf. Positiv (mit Plus-Symbol) angemerkt wird etwa, wenn man schnell eingeschlafen ist. Unruhiger Schlaf wird dagegen unter dem Vorzeichen Minus beschrieben. Mit einem Verlaufsbalken lassen sich die unterschiedlichen Tagesergebnisse rekapitulieren.

Eine nützliche Funktion, die die App bietet, ist ein Schlafphasenwecker. Bis zu einem definierten Zeitpunkt wird man genau dann aufgeweckt, wenn man sich in einer Phase mit leichtem Schlaf befindet. Wer Morgenmüdigkeit in Kauf nimmt und lieber die Zeit bis zum Weckzeitpunkt voll ausnutzt, sollte diese Funktion nicht verwenden.

Nur für Einzelschläfer

Der Sleep Tracker mag es nicht, wenn man zu zweit in einem Bett schläft. Richtig gemessen wird nur bei einem einzelnen Schläfer. Ab zwei Personen auf derselben Matratze kann man das Messungsresultat vergessen, den Sleep Score sowieso. Beddit vernachlässigt die doch beträchtliche Nutzergruppe der Mehr-Personen-Matratzenbenutzer. Aus technischer Sicht ist das verständlich. Die Unterscheidung zwischen zwei Personen auf einem Sensorband ist schwierig. Hier machen armgelenkbasierte Tracker, etwa gewöhnliche Fitnesstracker von Fitbit, Polar oder Runtastic mehr Sinn.

Fazit

Beddit ist ein nützliches Tool, um mehr Aufschlüsse über den Schlaf von Einzelpersonen zu erhalten. Statistik-Fans werden mit der Auswertung des eigenen Schlafs ihre Freude haben, auch wenn die Daten in der App verbleiben und nicht anders weiterverarbeitet werden können. Der Sleep Score ist eine ambivalente Angelegenheit. Hier werden bestimmte Normen herangezogen, die individuell absolut nicht zutreffen müssen.

Der Hintergedanke an eine bestmögliche "Performance" selbst im Schlaf sorgt manchmal für Unruhe. Wenn die eigene Freundin einem am Morgen erzählt, sie konnte schlecht schlafen, weil sie Befürchtungen hatte, sie könnte den Sleep Score für diese Nacht vermasseln, dann ist das wohl ein dringendes Zeichen dafür, die Punktejagd sein zu lassen.

Der Beddit Sleep Tracker ist online für 149 Euro erhältlich.

Frage des Tages

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(futurezone) Erstellt am 05.01.2016, 06:00

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