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Verspätet Dreamliner: Pannenjet Boeing 787 fliegt endlich.

Foto: ap/Joshua Trujillo
Mit mehr als drei Jahren Verspätung wird die erste Boeing 787, besser bekannt unter dem Namen Dreamliner, an die japanische Fluglinie All Nippon Airways (ANA) ausgeliefert. Die Maschine wird am 27. September die USA verlassen und am 28. in Tokio ankommen. ANA zählt mit insgesamt 50 bereits 2004 bestellten 787-Flugzeugen zu den wichtigsten Kunden von Boeing.

Mit der Überstellung des ersten Dreamliners geht die lange Leidensgeschichte von Boeing hinsichtlich der Neuentwicklung fürs erste zu Ende. Mit der neuen 787 wollte Boeing eigentlich Geschichte schreiben und den Höhenflug des europäischen Konkurrenten Airbus stoppen. Die Devise lautete weniger einen neuen Rekord an Passagierkapazitäten zu schaffen, sondern vielmehr ein leichtgewichtiges Langstreckenflugzeug zu entwickeln, das komfortabel und spritsparend agiert und hilft, zeit- und kostenintensive Zwischenlandungen einzusparen.

Konzept ging nach hinten los

Das ambitionierte Konzept, auf neue Materialien wie Carbonfaser-Kunststoff  für die Flugzeughülle zu setzen, ging zunächst nach hinten los. Die gewählten Zulieferer waren mit den Materialanforderungen schlichtweg überfordert, Verspätungen, falsche und unbrauchbare Lieferungen sowie Milliarden-schwere Kosten waren die Folge. Bis heute hat Boeing mit der Fertigung zu kämpfen. Nachdem viele Produktionsschritte wieder in den Konzern geholt wurden, verläuft die aufwändige Produktion weiterhin schleppend. Derzeit werden gerade einmal zwei Maschinen pro Monat fertiggestellt, als Ziel hat Boeing zehn Maschinen pro Monat ausgegeben - bei 821 offenen Bestellungen.

Einige der Fluglinien haben aufgrund der Verzögerungen ihre Bestellung wieder zurückgenommen bzw. sind in der Zwischenzeit bereits vom Markt verschwunden. Technisch gesehen verspricht der Dreamliner neben einer Spritersparnis von 20 Prozent zu vergleichbaren Flugzeugen auch mehr Komfort für die Fluggäste. So soll die Luftfeuchtigkeit in der Kabine statt fünf Prozent 15 betragen, was dem Austrocknen der Schleimhäute vorbeugen soll. Die Fenster sind größer als bei herkömmlichen Flugzeugen und können elektrochromatisch verdunkelt werden. 128 mögliche Lichtnuancen sollen den Zeitzonenwechsel erleichtern, der geringere Druck im Flugzeug soll ebenfalls zum Wohlbefinden der Fluggäste beitragen.

Zwei Modelle im Angebot

Derzeit sind zwei Modelle - die 787-8 und die 787-9 in Produktion. Während das kleinere Flugzeug zwischen 210 und 250 Passagieren Platz bietet, weist die größere Variante bis zu 290 Passagiere auf. Die Konzeption eines kleineren Flugzeugs, das aber dennoch für Langstreckenflüge bis knapp unter 16.000 Kilometer geeignet ist, hat den Vorteil, dass Fluglinien abseits der großen Hubs auch kleinere Flughäfen mit weniger Fluggastaufkommen auf der Langstrecke direkt bedienen können. AirBerlin etwa will 15 Flugzeuge kaufen und trotz Sparkurs an dieser Entscheidung festhalten.

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(futurezone) Erstellt am 24.09.2011, 13:45

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