Sicherheitsmängel: Japanischen Krypto-Börsen drohen Strafen

Die japanische Finanzaufsicht hat nach dem Angriff auf die japanische Handelsplattform Coincheck, bei dem mehr als 420 Millionen Euro erbeutet wurden, Maßnahmen angekündigt.

Die japanische Finanzaufsicht will einem Medienbericht zufolge mehreren Börsen für Bitcoin & Co Strafen aufbrummen. Die Behörde denke auch darüber nach, einige bisher unlizenzierte Plattformen zur Aussetzung des Handels zu zwingen, berichtete die Wirtschaftszeitung Nikkei. Damit reagiere die FSA auf im Rahmen einer Sonderprüfung entdeckte Mängel beim Kundenschutz und im Kampf gegen Geldwäsche.

Nikkei nannte am Mittwoch weder die Quelle für diese Information noch Details der geplanten Strafen. Auch blieb unklar, welche Plattformen betroffen sind. Die FSA war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Kettenreaktionen befürchtet

„Sollten japanische Cyber-Börsen ihr Geschäft temporär aussetzen müssen, wäre dies ein großes Ausrufezeichen an die gesamte Branche mit möglichen Kettenreaktionen“, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Auch andere Börsen könnten auf Herz und Nieren geprüft werden.

Hintergrund für die eingehende Prüfung ist ein Angriff auf die japanische Plattform Coincheck im Jänner. Diebe erbeuteten dabei digitale Münzen der virtuellen Währung Nem im Wert von etwa 530 Mio. Dollar (427 Mio. Euro).

Coincheck verfügt bisher über keine staatliche Lizenz zum Handel mit Kryptowährungen. Da die Börse bereits vor dem Inkrafttreten des Gesetzes bestand, das eine Genehmigung vorschreibt, durfte sie ihre Geschäfte während des laufenden Antrags weiterführen. Nach dem Cyberangriff ordnete die FSA an, dass Coincheck einen Maßnahmenkatalog präsentieren müsse, wie ein solcher Vorfall in Zukunft verhindert werden könne.

07.03.2018