Digital Life

Amazon spendete Tausende Dollar an Impfgegner

Über sein karitatives Programm AmazonSmile hat der weltgrößte Online-Händler Tausende Dollar mehreren Impfgegner-Gruppen zukommen lassen. Mit mehr als 40.000 US-Dollar sind auf diesem Weg die Aktivitäten von Impfgegner*innen finanziert worden. Das hat eine Analyse der Washington Post ergeben.

"Das ist richtig schockierend", wird Peter Hotez, der Leiter des Institutes für Tropenmedizin der Baylor University in Texas in einem Guardian-Bericht zitiert. "Es ist unglaublich, dass Amazon diese Gruppen finanziert."

Legitimation für Impfgegner-Gruppen

Durch die Spenden von Amazon würden Impfgegner-Gruppierungen nicht nur finanziert, sondern auch legitimiert, kritisiert Hotez. Bereits vor der Corona-Pandemie sorgte AmazonSmile mit der Finanzierung von verschiedenen Impfgegner-Organisationen für Aufsehen

Über das AmazonSmile-Programm werden 0,5 Prozent der Einnahmen durch Online-Einkäufe bei Amazon an verschiedene Non-Profit-Organisationen gespendet. Insgesamt wurden dabei mehr als 60 Millionen Dollar verteilt.

Amazon: Sammelbecken für Impfgegner*innen

Die Spenden an Impfgegner-Gruppen ist nicht der einzige Kritikpunkt an Amazon in der Corona-Pandemie. Im Gegensatz zu anderen Online-Plattformen, erfreuen sich Verschwörungserzähler*innen, fragwürdige Esoteriker*innen und Impfgegner-Gruppen großen Zulauf.

Wer beim weltgrößten Online-Händler etwa nach "Impfung" sucht, bekommt in den Top-Sucherergebnissen zahlreiche Bücher und E-Books angezeigt, die keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, woher der Wind weht. Als fünftes Suchergebnis scheint sogar ein Blanko-Impfausweis auf.

Den Kund*innen werden dort Titel empfohlen wie: "Impfschaden durch Corona Impfung - Die ganze Wahrheit!", "Impfschaden durch Corona Impfung 2022: Neuste Daten, Zahlen, Fakten und Beweise" oder "Covid-19: Die ganze Wahrheit: Enthüllungen zum Great Reset, den Lockdowns, den Impfungen und der Neuen Normalität".

Amazon rechtfertigt sich

Während der Amazon-Algorithmus die Falsch-Informationen von Impfgegner-Gruppierungen in die Top-Suchergebnisse befördert, rechtfertigt sich der Online-Händler gegenüber dem Guardian: "Wir respektieren, dass unsere Kunden Zugang zu den unterschiedlichsten Standpunkten über dieses Thema wünschen. Deshalb listen wir auch die betreffenden Bücher weiterhin auf."

 

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