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Digital Life
08/05/2020

5 Tipps: So reagiert man richtig auf Verschwörungstheoretiker

Was man machen kann, wenn Freunde und Verwandte gefährliche Gerüchte verbreiten.

von Andreea Iosa

"Corona wurde absichtlich verbreitet, um die Folgen von 5G zu vertuschen.“ Es gibt kaum jemanden, der diese und andere COVID-Verschwörungstheorien nicht schon einmal auf sozialen Netzwerken oder in Foren gelesen hat. Denn besonders im Internet lässt sich das Misstrauen gegenüber Regierungen, Pharmaunternehmen, der Mobilfunkindustrie und Bill Gates schnell und mit der breiten Masse teilen. Das kann oft gefährlich werden. Der Medienpsychologe Christian Gutschi erklärt, wie man auf Verschwörungstheorien im Netz reagieren kann.

1. Fragen stellen

„Verschwörungstheorien hat es früher, etwa über Könige, auch schon gegeben – das hängt vor allem mit Geld, Macht und Einfluss zusammen“, sagt Gutschi. Skepsis sei dabei ein Hauptaspekt. „Man misstraut diesen Personen, ehrlich zu ihrem Erfolg gekommen zu sein.“ 

Postet also jemand Behauptungen wie „Bill Gates will uns mit der Corona-Impfung Mikrochips einpflanzen“ sollte man zuerst Fragen stellen. „Wie kommst du darauf? Was sind deine Argumente und woher stammen deine Quellen? Durch Fragen setzt man einen Dialog in Gang und kommt eher weg vom reinen Glauben hin zum gesicherten Wissen“, sagt der Spezialist.  

2. Quellen angeben

Ist ein Dialog in Gang gesetzt, empfiehlt der Experte auch, seriöse Quellen anzugeben, wie etwa Webseiten von Tageszeitungen oder anderen renommierten Medien. Denn: „Es hilft oft nicht, zu sagen, was richtig oder falsch ist. Da kommt man in eine ewige Diskussion.“  

3. Ängste ansprechen

Ist es der eigene Onkel, der hinter Corona einen bösen Plan Chinas vermutet und seinen Argwohn auf Facebook teilt, gibt es einen anderen Zugang: Laut dem Fachmann sollte man Personen, die man persönlich kennt, auf ihre Ängste ansprechen. Sie können oft der Grund für Misstrauen und somit Nährboden für Irrglauben sein.

Denn Verschwörungstheorien bedienen die Sehnsucht nach Erklärungen, wo keine zu finden sind. Durch solche Erklärungsmodelle wolle man  Kontrolle erhalten. „Sehr unsichere Phasen wie die Corona-Zeit machen Menschen anfällig für Verschwörungstheorien, weil sie eine scheinbare Sicherheit geben“, so Gutschi.   

4. Nutzer melden

Soziale Netzwerke gehen auch gegen Verschwörungstheorien vor. Twitter etwa hat im Juli 7.000 Konten mit Verbindungen zur Trump-nahen QAnon-Bewegung, die Verschwörungstheorien verbreitet, gelöscht. Dem Portal zufolge würden diese Botschaften „Schäden im wirklichen Leben“ verursachen. Nutzer von sozialen Medien können bei diesem Prozess helfen.

Laut Gutschi bietet sich das Melden jener Personen an, die Botschaften verbreiten, welche andere Menschen gefährden können. Etwa, dass Chlor gegen COVID-19 hilft. Auch auf WhatsApp sollen Falschnachrichten eingedämmt werden, wie die futurezone berichtet hat. So will der Messenger  eine neue Funktion einführen, mit der Nutzer Nachrichten schnell nachprüfen können. 

5. Sachlichkeit

Im Umgang mit Verschwörungstheoretikern sollte man laut dem Medienpsychologen jedoch eines vermeiden: Sie herabsetzen oder lächerlich machen. „Das festigt eher die Verschwörungstheorie“, sagt er. Vielmehr soll man mit Sachlichkeit und Seriosität argumentieren. „Wenn mir das gelingt, dann biete ich viel weniger Angriffsfläche.“ 

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