Apps
13.04.2018

Neue Notruf-App für Österreich aus Tschechien

Niederösterreich hat eine in Tschechien entwickelte Notruf-App für Österreich adaptiert. Bei Notfällen wird man damit automatisch geortet.

Mit einem grenzüberschreitenden Projekt wird im Notrufsystem modernste Technologie implementiert: Am Freitag wurde in St. Pölten eine in Tschechien entwickelte und seit zwei Jahren erfolgreich eingesetzte App präsentiert, die im Notfall - österreichweit - eine direkte Verortung ermöglicht. Für eine Verbindung zur Leitstelle Button 144 drücken - und die Koordinaten werden weitergeleitet.

Kostenlos

Die erste offizielle Notruf-App "Rettung" sei einfach am Smartphone zu installieren (für Android und iOS) und kostenlos verfügbar, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie werde das selbst gleich nach der Pressekonferenz tun, meinte sie.

An weiteren Vorteilen dieser Innovation nannte Mikl-Leitner die Möglichkeit, persönliche Vorinformationen wie etwa Krankheiten oder Allergien einzugeben. Diese Hinweise seien dann im Akutfall nützlich. Die App sei ein herausragendes Beispiel für die Sinnhaftigkeit der Digitalisierungsoffensive. Laut App-Entwickler Filip Malenak, Geschäftsführer von Medical Information Technologies, halte man bei bisher 570.000 Downloads.

Unkomplizierter Zugang zur Rettung

Nach den Worten von Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer von Notruf NÖ, würde damit die Zeit im Alarmfall auf "praktisch null" verkürzt, weil Alarm und Verortung mit Drücken des Button starten. Chwojka sah vor allem für die junge Generation einen völlig unkomplizierten Zugang zur Rettung. Datenschutzprobleme gebe es nicht, da ja der Betroffene selbst agiere.

Egal ob ein medizinisches Problem zuhause oder ein Unfall auf der Straße, am Wasser oder in den Bergen - in einem Notfall stehe man oft unter Schock, weshalb Angaben zum genauen Standort mitunter mangelhaft seien. Hier schaffe die sofortige Verortung Abhilfe, unterstrich auch Martin Gurdet, Einsatzleiter der Bergrettung Niederösterreich. Im alpinen Gelände sei ein Rettungseinsatz in vielen Fällen mit einem Sucheinsatz verbunden.

Mikl-Leitner hob die "Manpower" hervor, die hinter dem Erfolg der Notruf-Leitstelle im Bundesland stehe. 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien rund um die Uhr im Einsatz, um professionell und in strukturierter Vorgangsweise pro Tag 4.500 Anrufe abzuwickeln.