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Mobilität Taxi 40100-Chef: "Uber ist technologische Steinzeit".

Seit Uber nach Europa expandiert, ist die Taxi-Branche hierzulande in Aufruhr
Seit Uber nach Europa expandiert, ist die Taxi-Branche hierzulande in Aufruhr - Foto: Georg Hochmuth, apa
Das europäische Taxi-Gewerbe will den Einsatz von Apps vorantreiben. Der Chef des Wiener Taxi-Unternehmens 40100 erklärt, warum er sich nicht vor Uber fürchtet.

Mit einem einheitlichen Service, das in mehreren Städten und Ländern verfügbar ist, will der US-Fahrdienstvermittler Uber die hiesige Taxi-Branche herausfordern.

Um sich gegen die App-basierende Fahrdienstvermittlung von Uber aufzustellen, haben sich Mitte November europäische Taxi-Unternehmen zum "IRU Global Taxi Network" zusammengeschlossen. Sie wollen den europaweiten Einsatz von Smartphone-Apps in der Taxi-Branche vorantreiben.

Eine App für alle Taxis

Im Hinblick auf einen verstärkten Einsatz von Apps sollen im Vordergrund die mobilen Anwendungen der lokalen Taxi-Unternehmen mit ihrem eigenen Branding bestehen bleiben. Im Hintergrund, also Software-seitig, soll künftig bei den jeweiligen regionalen Smartphone-Anwendungen allerdings überall dieselbe Vermittlungstechnologie zum Einsatz kommen.

"Auf diese Weise kann man beispielsweise mit unserer App auch eine Fahrt in Berlin oder Paris buchen", erklärt Martin Hartmann, Geschäftsführer vom Wiener Taxi-Unternehmen 40100, das Gründungsmitglied beim 'IRU Global Taxi Network' ist, im Gespräch mit der futurezone. Unter der überregionalen App namens Taxi.eu finden all die lokalen Anwendungen ein gemeinsames Dach.

Eine Software, viele Städte

Entwickelt wird die Softwarelösung von der österreichischen Firma Austrosoft, die sich auf Flottenmanagement und Fahrdienstvermittlungen spezialisiert hat. Laut eigenen Angaben werden mit der fms genannten Software jährlich rund 170.000.000 Fahrten vermittelt und über 300.000.000 Fahrten abgewickelt. Apps, die auf fms basieren, zählen mehr als 2,9 Millionen Downloads.

"Derzeit verwenden 135 Zentralen in 100 Städten aus 13 Ländern diese Software und vermitteln damit insgesamt mehr als 62.000 Taxis in Wien, Graz, Salzburg, Linz, Eisenstadt, Wels, Villach sowie in Berlin, Frankfurt, Paris, Zürich, Hamburg, München, Rotterdam, Amsterdam, Köln, Athen, Istanbul und noch vielen andere Städten", erklärt Hartmann.

In den Städten, die von der fms-Software abgedeckt sind, funktioniere die Taxi-Bestellung vollautomatisch, so Hartmann: "Wo kein Wagen einer fms-Flotte verfügbar ist, beispielsweise irgendwo am Land, zeigt die App automatisch die Rufnummer der örtlichen Taxizentrale."

Alle gegen Uber

"Wir haben die App-Bestellung bereits 2010 eingeführt und sind somit einer der Innovations-Pioniere auf diesem Markt", sagt Hartmann vom Wiener Taxi-Unternehmen 40100. "In Wirklichkeit ist die Uber-App vermittlungstechnologische Steinzeit. Denn anders als bei Uber werden bei unserer App etwa Echtzeitverkehrsdaten beim Vermittlungsvorgang berücksichtigt."

Auch bei den Bezahl- und Bestellmöglichkeiten sei das Wiener Taxi-Unternehmen wesentlich flexibler als die Konkurrenz aus Übersee, erklärt Hartmann: "Neben Bargeld kann man in jedem unserer Wagen auch auf zahlreiche verschiedene Arten bargeldlos bezahlen." Uber hingegen zwinge die Kunden mit Kreditkarte zu bezahlen. "Bei uns können die Kunden auch per Telefon eine Fahrt bestellen. Somit ist man nicht etwa auf eine App und eine Internetverbindung angewiesen."

Außerdem sei die hauseigene Smartphone-Anwendung in Sachen Datenschutz wesentlich besser als die Uber-App, erklärt Hartmann: "Unsere Taxi-App hat lediglich Zugriff auf GPS, WLAN und auf die Netzwerkverbindung zwecks Ortung des Kunden, sowie auf den Vibrationsalarm für die Benachrichtigung, dass das Taxi eingelangt ist. Die Smartphone-Anwendung von Uber hingegen greift auf deutlich mehr Daten zu; beispielsweise Telefonanrufe, Systemeinstellungen, Google Konten oder Medieninhalte."

Uber ist keine Konkurrenz

Im Zuge der Taxi-Fahrer-Proteste gegen Uber, ist vielfach davon zu lesen, dass das Taxi-Gewerbe Umsatzeinbußen durch die US-Konkurrenz befürchtet. Hartmann kann das für Wien nicht erkennen: "Mit den vielleicht zehn Wagen hat Uber in Wien bislang keine Spuren hinterlassen. Da Uber im Wesentlichen ein Internet-Spekulation-Projekt ist, hat der tatsächliche Betrieb einer Vermittlung im Unternehmen ja auch keinen Vorrang."

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  • Uber oder Taxi - Was ist besser?


(futurezone) Erstellt am 25.12.2014, 06:00

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