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B2B
01/30/2019

Apple-Chef überdenkt hohe iPhone-Preise

Die iPhone-Umsätze sind stark rückläufig. Apple-CEO Tim Cook macht unter anderen die Preispolitik dafür verantwortlich.

von Florian Christof

Apple hatte bereits vor einem Umsatzrückgang im wichtigen Weihnachtsquartal gewarnt. Nun sind die Zahlen da: Die Umsätze, die Apple aus iPhone-Verkäufen lukriert, sind im Jahresvergleich um 15 Prozent zurückgegangen. Bei Apple schrillen die Alarmglocken, denn die iPhone-Umsätze machen rund 60 Prozent des Apple-Gesamtumsatzes aus. Aber warum verkaufen sich die iPhones nicht mehr so gut?

Darauf angesprochen, ob die immer höheren iPhone-Preise für den Absatzrückgang verantwortlich sein könnten, meint Apple-CEO Tim Cook: "Also ja, ich denke, dass der Preis ein Faktor ist." Ob iPhones in Zukunft billiger werden, spricht Cook nicht an. Apple wolle jedenfalls die Ratenzahlung beim Kauf eines iPhones erleichtern und weiter ausbauen. Auch sollen die "Alt gegen Neu"-Programme ausgebaut werden.

Währung für Preissteigerung verantwortlich

In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen erklärte der Apple-Chef, dass die iPhone-Preise in den USA in den letzten Jahren nicht so stark gestiegen sind. Die Preissteigerungen seien vor allem durch Währungsschwankungen und Umrechnungskurse zustande gekommen.

Wie viele iPhones im vergangenen Quartal verkauft wurden, ist ein Geheimnis. Der Konzern nennt seit diesem Quartal erstmals keine Absatzzahlen zu seinen Geräten. Ausgewiesen wird nur mehr der Umsatz in einzelnen Regionen und Produktkategorien. Daraus wird ersichtlich, dass vor allem die iPhone-Absätze in China stark rückläufig sind.

Apple unter Druck

Das schmale Produktportfolio bei Smartphones und die immer höheren Preise könnten Apple nun auf den Kopf fallen. Wenn es um Innovationen geht, hat sich Apple in den vergangenen Jahren ebenso nicht mit Ruhm bekleckert: Das Design wurde nur geringfügig geändert und die wenigen neuen Funktionen unterscheiden neue iPhones kaum von älteren Modellen. Im futurezone-Test des iPhone Xs hieß es: "Das Geld einfach nicht wert."

Auch von Smartphones anderer Hersteller heben sich iPhones hauptsächlich durch Apples mobilen Betriebssystem iOS ab. Bei Leistungsstärke, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Langlebigkeit oder der Qualität der Smartphone-Kamera stechen die Apple-Handys nicht (mehr) heraus. Die Konkurrenz hat mittlerweile gelernt, ebenbürtige Smartphones zu bauen und bietet diese für wenige Geld an.

Starke Konkurrenz

Die immer stärker werdenden Mitstreiter verfolgen auch einen etwas anderen Ansatz als Apple und bieten meist ein wesentlich differenziertes Smartphone-Sortiment. Damit sprechen sie auch Zielgruppen an, die nicht 1000 Euro für ein Handy ausgeben wollen (oder können).

Allen voran ist hier Huawei zu nennen. Der chinesische Elektronikkonzern schickt sich an, 2019 zum führenden Smartphone-Hersteller aufzusteigen. 2018 steigerte Huawei etwa seinen Umsatz im Privatkundengeschäft um 50 Prozent.

Die ebenso aus China stammenden Hersteller Xiaomi und Oppo sind beispielsweise stark in aufstrebenden Ländern vertreten. In diesen Regionen laufen sie mit Mittelklasse- und Einsteigergeräten zu leistbaren Preisen den Premium-Herstellern wie Appe und Samsung den Rang ab.

Will Apple künftig weiterhin zu den Top-Smartphone-Herstellern zählen, wird der Konzern wohl seine iPhone-Strategie etwas überdenken müssen. Verlangt man für seine Produkte immer mehr Geld, muss man den Nutzern auch einen entsprechenden Mehrwert bieten. Das Image der Marke allein reicht offenbar nicht mehr aus.