B2B 28.01.2015

"Apple könnte ein ganzes Land kaufen"

© Bild: Reuters LUCAS JACKSON

Mit dem höchsten Quartalsgewinn, den eine Firma jemals erzielt hat, straft Apple Kritiker Lügen. "Die Gründe für den Erfolg sind vielschichtig", meint Analyst Horace Dediu.

9,44 verkaufte iPhones pro Sekunde und 198 Millionen Dollar Gewinn pro Tag. Am Tag nach der Präsentation der Apple-Zahlen herrscht weiterhin Erstaunen über das Rekordquartal, das selbst Energiekonzerne wie Gazprom, Shell und Exxon in den Schatten stellt. Mit 18,024 Milliarden Dollar Gewinn machte Apple gleich 1,8 Milliarden Dollar mehr als Gazprom in seinem bisherigen Rekordquartal im August 2011.

Enormes Wachstum

"Dass Apple selbst in gesättigten Märkten wie Europa und den USA auf Wachstumsraten von 20 Prozent und mehr kommt, ist ebenso bemerkenswert, wie die Tatsache, dass die Macs nach mehr als 30 Jahren nicht nur die profitabelste, sondern auch die am schnellsten wachsende PC-Marke sind ", sagt Asymco-Analyst Horace Dediu im Gespräch mit der futurezone.

Lediglich das iPad zeigte mit 21,4 Millionen verkauften Geräten und einem Minus von knapp 18 Prozent Schwächen, was Dediu auf den Kannibalisierungseffekt mit dem großen iPhone 6 Plus und langsamere Update-Zyklen von Käufern zurückführt.

1 / 24
©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

©Thomas Prenner

Apple iPhone 6 Plus

Warum sich ausgerechnet die neuen iPhone-6-Modelle so gut verkauften, ist aber auch für Branchenkenner nicht so einfach zu beantworten. Natürlich profitierte Apple vom Vorstoß in den chinesischen Markt. Darüber hinaus zog Apple bei der Displaygröße mit der Konkurrenz gleich, verteuerte die Modelle teils aber empfindlich. Während Konkurrenten wie Samsung und HTC, aber auch Microsoft weiterhin mit Problemen auf dem Smartphone-Markt kämpften, tat dies dem Verkauf der Apple-Geräte offenbar keinen Abbruch.

Gründe für den Erfolg

„Dass das iPhone 6 ein größeres Display hat oder Mitbewerber vielleicht nicht den Verkaufsschlager hatten, greift zu kurz. Apple erntet vielmehr den Erfolg einer langjährigen Produkt- und Markenstrategie, die sehr ungewöhnlich ist. Da der Konzern Geräte, Software und Services aus einer Hand anbieten kann, ist die gefühlte Wertschöpfung für Kunden höher als bei anderen Herstellern“, sagt Dediu.

Dazu komme eine enorme Loyalität und Zufriedenheit der Apple-Kunden, die beim Kauf eines neuen Geräts mit großer Wahrscheinlichkeit erneut zu einem Apple-Produkt greifen würden. Während die von ihren Gründern Bill Gates und Walt Disney entwickelte Unternehmenskultur bei Microsoft oder Disney über die Jahre verloren gegangen sei, habe das Team um Tim Cook den Firmenfokus von Apple-Gründer Steve Jobs auf einzelne Produkte gut beibehalten.

"Apples Erfolg ist zwar eng mit Steve Jobs verknüpft. Mit Chefdesigner Jonathan Ive, dem Produktions- und Vertriebsoptimierer Tim Cook und Software-Chef Craig Federighi verfügte Apple in den vergangenen Jahren aber auch über das richtige Team, die allesamt zu dem beitrugen, was Apple heute erfolgreich macht", sagt Dediu.

1 / 28
©Apple

cf442140a87d6de90915e0befd20783a1d6c9109_large.jpg

©Apple

44ba86708286bb1a90934331a9338335c3f66873_large.jpg

©Apple

71e1ade2847eee6df6bd4a146d1b7d9435461626_large.jpg

©Apple

e37a3045f1dcbde191a3032dba9c1aa4ad1f9a1f_large.jpg

©Apple

d7941a534bfdff80cdad889168ebac646b06cc85_large.jpg

©Apple

ecb2e649f8d1dd08d47ddc89ddff535fabd2fd18_large.jpg

©Apple

ebda424b26c463ba2234cee0e2ca4613d208c02d_large.jpg

©Apple

edfd3260df13ed9d2086eeef0fa3b40ce9a57d34_large.jpg

©AP/Marcio Jose Sanchez

Tim Cook

©undefined

USA APPLE LAUNCH

©undefined

Tim Cook

©AP/Marcio Jose Sanchez

Tim Cook

©Apple

a1d2168ad9b6ce52c1f6346b7eaf66acf0cb4f9b_large.jpg

©Apple

7ebd7145f58ea9da0ab71cc51233868af0648c7e_large.jpg

©Apple

d63d16accc990e377307f580ded32167884ed7e9_large.jpg

©Apple

8f2a950f4e994c4fee9b240228946b9adf1761b4_large.jpg

©Apple

7382303226a9f08004599da8928e762cf268dd3a_large.jpg

©Apple

08c57a594b246f3b501b71d3e4b04214217c0de0_large.jpg

©Apple

260eeb8fc30116b8bb118f0f8fc33c2bdc7dfcfe_large.jpg

©Apple

0efec439a5b88f73152b24cf9039d98f956eed4a_large.jpg

©Engadget

iWatch-640x356.jpeg

©Engadget

liveblog0854.jpg

©Apple

Screen-Shot-2014-09-09-at-2.36.46-PM-640x354.png

©Apple

Screen-Shot-2014-09-09-at-2.16.30-PM-640x355.png

©Apple

Screen-Shot-2014-09-09-at-2.25.08-PM-640x359.png

©Apple

AplWatch-Hero-Tumble-PRINT.jpg

©Apple

AplWatch42-Sstl-RbrWht-PF_iPhone6-Svr-PF-PRINT.jpg

©Apple

AplWatch42-34R-HomeScreen-P.jpg

Was bringt die Zukunft?

Die Frage, wie Apple auch morgen und vor allem übermorgen erfolgreich bleibt, wird angesichts der überraschend guten Zahlen nun auch nicht unbedingt einfacher zu beantworten. Fakt ist, dass der Konzern mittlerweile auf einem Vermögensberg von 178 Milliarden Dollar sitzt. "Damit könnte Apple ein ganzes Land kaufen", meint Dediu. Apple werde wohl nichts anderes übrig bleiben, als seinen Shareholdern Geld zukommen zu lassen.

Die Übernahme großer Unternehmen - so manch einer träumt davon, dass Apple E-Autohersteller Tesla kaufen könnte - wäre finanztechnisch leicht zu bewältigen. In der Vergangenheit kaufte Apple allerdings eher kleinere Start-ups und Spezialisten, um das entsprechende Produkt dann selbst zu entwickeln. "Viele Unternehmen kaufen sich bei einer Übernahme die Firmenkultur mit. Daran hat Apple im Normalfall kein Interesse, weil die eigene Firmenkultur so stark ist", meint Dediu.

Apple Watch als nächstes iPhone

Dass die ab April verfügbare Apple Watch nicht an den Erfolg von iPhone und iPad als Produktkategorie herankommen werde, sieht Dediu nicht so. "Tim Cook hat nach Bekanntgabe der Zahlen ja davon gesprochen, dass 2015 das Jahr von Apple Pay wird. Ich denke, dass das volle Potenzial der Apple Watch tatsächlich erst im Jahr 2016 und danach sichtbar wird. Apple macht hier den nächsten maßgeblichen Computing-Schritt, der durch die Miniaturisierung völlig neue Möglichkeiten aufzeigen wird", ist Dediu überzeugt.

Erstellt am 28.01.2015