B2B
20.12.2017

Bitcoin Cash steigt und fällt rasant nach Coinbase-Debüt

Die Plattformen Coinbase und GDAX unterstützen nun auch Bitcoin Cash, wodurch der Preis von 2800 auf mehr als 8500 US-Dollar stieg. Doch das Debüt verkam zum Debakel.

Der Preis des Bitcoin-Forks Bitcoin Cash ist am Donnerstag kurzfristig auf bis zu 8500 US-Dollar hochgeschossen. Damit hat sich der Preis von Bitcoin Cash binnen einer Woche um den Faktor sechs erhöht. Doch der Höhenflug war nur von kurzer Dauer, mittlerweile wird Bitcoin Cash für rund 3600 US-Dollar gehandelt (Stand 8 Uhr, 20. Dezember). Grund für den rasanten Preisanstieg war die Ankündigung der Handelsplattformen Coinbase und GDAX, künftig auch Bitcoin Cash zu unterstützen. Coinbase ist mit knapp zwölf Millionen registrierten Mitgliedern eine der größten Handelsplattformen für Kryptowährungen.

Der Start von Bitcoin Cash auf der Plattform verkam jedoch zum Debakel. Nur zwei Minuten nachdem der Handel von Bitcoin Cash in US-Dollar freigeschalten wurde, mussten GDAX-Betreiber Coinbase diesen wegen „signifikanter Volatilität“ wieder einstellen. Die Händler konnten bereits 80 Minuten zuvor ihre Bitcoin-Cash-Positionen zum Kauf anbieten bzw. Kaufangebote abgeben. In diesem Zeitraum schoss der Preis bereits auf das ungewöhnlich hohe Preisniveau hoch. Dabei dürfte es sich aber um ein technisches Problem gehandelt haben, denn auf anderen Handelsplattformen war der Preis zum gleichen Zeitpunkt nicht einmal halb so hoch.

Bitcoin fällt zugleich

Kritiker, wie der Litecoin-Erfinder Charlie Lee, sagen, es sei technisch unverantwortlich, den Handel auf zwei Plattformen gleichzeitig zu koordinieren. Da Coinbase-Handel jedoch mit dem Kurs auf GDAX verknüpft ist, blieb dem Unternehmen aber wohl keine andere Wahl. Coinbase geht zudem Vorwürfen nach, dass Mitarbeiter des Unternehmens Insider-Handel betrieben und so die Nachfrage für Bitcoin Cash zusätzlich angeheizt haben könnten. Coinbase-CEO Brian Armstrong kündigte an, er würde jeden Mitarbeiter sofort entlassen und verklagen, der in derartiges Verhalten verwickelt sei.

Unterdessen fällt Bitcoin auf ein neues Ein-Wochen-Tief. Nach dem Höhenflug, der am Montag kurzzeitig über 20.000 US-Dollar führte, fiel der Preis weiter auf knapp 16.000 US-Dollar. Dazu trug auch der Bitcoin-Cash-Höhenflug bei. Bitcoin Cash ist das Ergebnis einer intensiven Debatte in der Bitcoin-Community, die zu einer Abspaltung, einem sogenannten Hard Fork, führte.

Einfluss aus Asien

Maßgeblich für den Bitcoin-Kursverfall seien aber auch Aktivitäten in Asien. Die Ausgabe von zwei Futures mache es für institutionelle Investoren leichter, in die Währung zu investieren, sagte Makoto Sakuma vom Forschungsinstitut NLI in Tokio. Zudem ermöglichten sie es, auf fallende Kurse zu wetten. Dazu kommt ein bekannter japanischer Händler, der in den vergangenen 24 Stunden über Twitter mitteilte, er habe Bitcoin verkauft. Schätzungsweise 30 bis 50 Prozent aller Bitcoin-Investoren sind japanische Privatleute. „Weil dieser Händler viele Anhänger hat, könnten seine Tweets einen Einfluss auf japanische Händler haben, was wiederum den Markt bewegt haben könnte“, sagte Sakuma.

Seit Jahresbeginn haben sich Bitcoin um das 19-fache verteuert. Das weckt Sorgen vor einer Blase. Dänemarks Notenbankchef Lars Rohde verglich Bitcoin sogar mit der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert. Damals waren die Preise für Tulpenzwiebeln in den Niederlanden in astronomische Höhen geschossen - zuletzt kostete eine einzelne Zwiebel kurz vor dem Crash so viel wie ein vierstöckiges Haus in bester Lage, hatte erst kürzlich der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister erinnert. Als die Blase platzte, verloren viele Menschen ihr Vermögen.