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B2B
12/07/2019

BMW und Hyundai von vietnamesischen Hackern angegriffen

Die Gruppe OceanLotus soll mit Billigung des Staats agieren. Die Autoindustrie steht erst seit Kurzem in ihrem Fokus.

Seit dem Frühjahr 2019 beobachtet BMW, wie vietnamesische Cyberkriminelle in sein Unternehmensnetzwerk vorzudringen versuchen. Die Angreifer konnten einen Rechner in ihre Kontrolle bringen und versuchten, darüber an Firmengeheimnisse zu gelangen. Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei den Angreifern um die Gruppe OceanLotus. Neben BMW geriet auch Hyundai in ihr Visier.

Einstieg in Autoindustrie

OceanLotus wird eine große Nähe zum vietnamesischen Staatsapparat nachgesagt. Obwohl nicht bewiesen ist, dass die Hacker im Auftrag des Staates agieren, geschieht dies wohl zumindest mit dessen Billigung. Die Automobilindustrie steht erst seit Kurzem im Fokus der Kriminellen. Grund dafür könnte der Aufbau einer eigenen Fahrzeugindustrie sein.

Der vietnamesische Konzern Vingroup hat erst im Sommer eine Produktionsstätte eröffnet und sich dafür die Expertise vieler deutscher Unternehmen gesichert. BMW vergab etwa Lizenzen für zwei Fahrzeugmodelle an Vingroup, dazu wird das Unternehmen von vielen deutschen Zulieferern bedient.

Unter Beobachtung

Das Eindringen in den Rechner von BMW wurde relativ schnell bemerkt. Die IT-Firme Deutsche Cybersicherheitsorganisation (DCSO) beobachtet seitdem die Aktivitäten von OceanLotus um weitere Schwachstellen auszumachen. Parallel beobachtet auch das Bundesamt für Verfassungsschutz die Hacker aus Vietnam. Andere deutsche Autohersteller wurden bereits vor Angriffsversuchen von OceanLotus gewarnt. Wie Hyundai mit den Angriffsversuchen umging, verriet der koreanische Autohersteller nicht.