Die Recon Jet richtet sich in erster Linie an Sportler

© Screenshot / Recon

Wearables
04/01/2014

Datenbrillen vorerst nur für Sport und Industrie

Im Sport- und Industriebereich könnten sich Datenbrillen bald durchsetzen, glauben zwei heimische Unternehmen, die Software-Anwendungen für intelligente Brillen entwickeln.

von Florian Christof

Vor einigen Tagen hat die Zwei-Milliarden-Dollar-Übernahme von Oculus VR durch Facebook für einigen Wirbel gesorgt. Obwohl die VR-Brille in erster Linie für Gaming konzipiert wurde, sieht Mark Zuckerberg darin “eine wirklich eine neue Kommunikationsplattform.” In einer Mitteilung meinte er, man könnte mit dem Oculus-Rift-Headset etwa ein Basketballspiel per virtueller Realität direkt vom Spielfeldrand beobachten. Nun könnte man Zuckerberg unterstellen, dass er noch nicht genau weiß, was er mit der VR-Brille anfangen soll.

Aber nicht nur Zuckerberg steht mit seiner Oculus Rift vor dem Problem, dass reale Anwendungsbeispiele für derartige Brillen erst gefunden werden müssen. Auch bei Googles Glass rauchen die Köpfe der Entwickler, um spannende Apps dafür zu finden. Ist aber ein konkretes und tatsächlich nützliches Anwendungsbeispiel für Datenbrillen, Head-Mounted Displays oder Augmented-Reality-Brillen gefunden, könnte sich diese Produktkategorie relativ schnell durchsetzen.

Head-Mounted Display für Skifahrer

Die Augmented-Reality-Skibrille Oakley Airwave hat bereits vergangenes Jahr für Aufsehen gesorgt. Evolaris hat damals Akzeptanz, Nutzen und Einsatzmöglichkeiten der Datenbrille erforscht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass für konkrete Anwendungsbeispiele – in diesem Fall auf der Skipiste – die Bewertungen der Tester überwiegend positiv ausgefallen sind. Demnach wurden generell, quer durch alle Altersgruppen die integrierten Informationen, wie Geschwindigkeits- oder Höhenmeteranzeige als interessant beurteilt.

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Für Schladming 2030 – eine regional verankerte Ideenplattform – entwickelt Evolaris nun eine spezielle Software für die Oakley Airwave. Wie Hannes Walter von Evolaris im Gespräch mit der futurezone erklärt, wird der Funktionsumfang neben den bereits bestehenden Features um Navigationsmöglichkeiten, Anzeige von Wartezeiten bei Liften, Push-Nachrichten von speziellen Sonderangeboten von Skihütten und Ähnlichem erweitert.

Datenbrille für Radfahrer

Das in der Oakley Airwave verbaute Display-System stammt vom kanadischen Unternehmen Recon, das mit der Recon Jet demnächst eine Datenbrille auf den Markt bringen wird, die sich an die speziellen Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten von Sportlern richtet. Ähnlich wie bei der Skibrille wird das Display unterhalb des rechten Auges sitzen und auf einer Sportbrille angebracht sein.

Den Trägern werden verschiedene Parameter wie Navigation, Geschwindigkeit, Distanz, Höhenmeter oder Herzfrequenz angezeigt. Außerdem soll sich die Recon Jet mit Drittanbieter-Sensoren und dem eigenen Smartphone verbinden lassen. Mit den jeweiligen Adaptierungen soll es möglich sein, dass beispielsweise während eines Wettkampfs, aktuelle Position, Rundenzeiten, Distanz zu Verfolgern oder die noch zu absolvierende Strecke angezeigt werden. "Mit Datenbrillen wie der Recon Jet könnte der Durchbruch relativ rasch gehen, da es ganz konkrete Anwendungsbeispiele gibt", sagt Hannes Walter von Evolaris.

Anwendung im B2B-Bereich

Ein Gebiet, auf dem Datenbrillen noch schneller Anwendung finden werden, ist laut Walter der industrielle Bereich. So könnten etwa bei Wartung oder Reparatur von Maschinen dem Mechaniker Hinweise und Anleitungen in Form von Augmented Reality (AR) angezeigt werden. Vor allem wenn man für die Reparatur gefährlicher Geräte beide Hände benötigt, während man Audio-Anleitungen empfängt und sich per Videokonferenz mit einem Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale beraten muss, werden Datenbrillen zum Einsatz kommen, ist Walter überzeugt.

Reparatur mit von Augmented Reality

Auch Martin Herdina, CEO des Salzburger Augmented-Reality-Spezialisten Wikitude glaubt, dass Datenbrillen zuallererst über den B2B-Markt kommen werden. Wikitude erlangte 2009 als AR-App für Smartphones rasch Bekanntheit. Seit mehr als zwei Jahren ist das Kerngeschäft von Wikitude allerdings die Lizenzierung ihrer AR-Technologie. Dabei wird Unternehmen ein Software Development Kit (SDK) zur Verfügung gestellt, sodass sie die Wikitude-Technologie in ihre Apps einbauen können.

Seit kurzem ist die Wikitude-SDK auch für die Datenbrillen Google Glas, Vuzix Smart Glas und Epson Moverio erhältlich. Im Live-Showcase am Mobile World Congress in Barcelona zeigte Wikitude, dass Augmented Reality und Datenbrillen bestens zusammenpassen: Rückt man ein bestimmtes Bild ins Blickfeld, wird es von den Datenbrillen – ähnlich wie bei einem QR-Code erkannt – worauf dann vordefinierte Symbole am Datenbrillen-Display angezeigt oder gewisse Funktionen ausgeführt werden. Neben der automatischen Bilderkennung ermöglicht die Wikitude-SDK auch geobasierte Funktionen wie Navigation oder positionsreferenzierte Anzeigen.

Mit der SDK für Datenbrillen will Wikitude zunächst vor allem den B2B-Markt bedienen, sagt Herdina. Dafür konnte bereits ein prominenter Kunde gewonnen werden. Audi wird seine Servicetechniker mit Augmented-Reality-Brillen ausstatten, um bestimmte Prozesse zu optimieren. "Vorerst sind AR-Glasses primär für den Industriebereich relevant. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis damit die Endkunden erreicht werden", sagt Herdina.

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