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Smart Meter Smarter Zähler wird bei Opt Out "unintelligent" gemacht.

SYMBOLBILD. Nach den Wiener Netzen tritt nun auch die EVN bei der Smart Meter-Einführung auf die Bremse.
SYMBOLBILD. Nach den Wiener Netzen tritt nun auch die EVN bei der Smart Meter-Einführung auf die Bremse. - Foto: Benjamin Sterbenz
Die EVN steigen bei der Smart Meter-Einführung auf die Bremse. Auch die Wiener Netze verweigern den flächendeckenden Roll-Out. Beim Opt-Out gibt es Unklarheiten.

Erreichen will man das EU-Ziel einer Abdeckung von 80 Prozent bis 2020, erklärte der EVN-Vorstand am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Damit ist die niederösterreichische EVN bereits der zweite Energieanbieter in Österreich, der gegen die von der Wirtschaftskammer verordnete 95-Prozent-Regel verstoßen möchte. Laut Vorgabe des Wirtschaftsministeriums sollen nämlich 95 Prozent der Haushalte bis Ende 2019 mit den intelligenten Stromzählern (Smart Metern) versehen sein. Auch die Wiener Netze, die 1,2 Millionen Stromzähler und 600.000 Gaszähler umrüsten müssten, gehen von 80 Prozent statt 95 Prozent aus.

Bei der EVN laufen derzeit Feldversuche und Ausschreibungen. Bis 2019 werde die Abdeckung wohl bei 70 bis 75 Prozent liegen, hieß es. Derzeit seien die Kunden skeptisch, und auch bei der Technologie gebe es Unklarheiten. „Es ist eigentlich ganz Europa wegen der Technologiefrage in Verzug“, sagte EVN-Chef Peter Layr.

Unklarheiten bei Opt-Out

Eine dieser Unklarheiten betrifft die Opt-Out-Möglichkeit für Kunden, also die Möglichkeit, Smart Meter abzulehnen. Wenn 30 Prozent der Kunden oder mehr von der Opt-Out-Möglichkeit Gebrauch machten, sehe die Welt anders aus, so der EVN-Chef. Denn hier spießt sich die per Gesetz geschaffene Opt-Out-Möglichkeit für Kunden mit der per Gesetz festgelegten Verordnung, dass in Österreich 95 Prozent der Haushalte mit den intelligenten Messgeräten ausgestattet werden müssen.

Die Opt-Out-Möglichkeit wird zudem von Energieanbieter zu Energieanbieter unterschiedlich umgesetzt. Musterformulare (PDF) zur Ablehnung hat beispielsweise die Mietervereinigung zur Verfügung gestellt.  Bei den meisten Anbietern gilt folgende Regelung: Kunden, die Smart Meter ablehnen, bekommen trotzdem die neuen, digitalen Zähler installiert. Nur die "smarten Funktionen" werden software-seitig abgedreht. Der Zähler kann dann trotzdem aus der Ferne abgelesen und gesteuert werden.

Zähler wird "unintelligent" gemacht

Bei Wien Energie hat die futurezone-Redaktion folgende Antworten zur Opt-Out-Möglichkeit erhalten:  "Grundsätzlich wollen wir eine Smart Meter-Type zum Einsatz bringen. Für "opt-out" Kunden wird der Smart Meter "unintelligent" gemacht, jedoch bleibt der "Smart" Meter ein Kommunikationselement. Der Zählerstand soll dann einmal im Jahr abgefragt werden."

Gemacht werde dies aus Kostengründen, wie Christian Neubauer, Pressesprecher der Wiener Netze, der futurezone mitteilt, und fügt hinzu: "Die Rahmenbedingungen für Opt-out sind noch nicht geklärt." So ist etwa auch unklar, was passiert, wenn in Wien neue Mieter den Smart Meter ablehnen würden: "Grundsätzlich gehen wir derzeit davon aus, dass ein Smart Meter nur bei der Erstinstallation verweigert werden kann. Allerdings:  Wenn Nachmieter einen SM ablehnt, dann wird dieser Remote "unintelligent" gemacht", heißt es dazu seitens der Wiener Netze.

(futurezone, apa) Erstellt am 28.05.2015, 13:41

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