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B2B
12/03/2013

Huawei-Chef: "Wollen nicht zwischen USA und China stehen"

Nach schweren Vorwürfen gegenüber Huawei hat das Unternehmen den US-Markt weitestgehend aufgegeben, um sich auf Märkte wie Europa zu konzentrieren

Der chinesische Smartphone- und Netzwerkkomponenten-Hersteller Huawei hat nach eigenen Angaben den US-Markt aufgegeben. Das verkündete Huawei-Chef Ren Zhengfei (69) in einem seiner raren Interviews gegenüber französischen Journalisten. Demnach wolle er nach den Spionagevorwürfen gegenüber Huawei, die von Politikern und Regierungsmitgliedern erhoben wurden, keine Mühen mehr in die USA stecken. Eine ähnliche Ankündigung von Huawei gab es bereits im April. Sollte Huawei bei seinen Geschäften die Beziehung von USA und China beeinträchtigen, sei es ihm das nicht wert, so Ren. Demnach habe man sich dazu entschieden, den US-Markt zu verlassen anstatt dazwischen zu stehen.

Bedingung für Zusammenschluss

Huawei, das neben Smartphones auch Netzwerkausstattung wie Router und Switches fertigt, wurde stets Spionage vorgeworfen. Demnach sei das Risiko zu groß, dass bewusst Sicherheitslücken für chinesische Geheimdienste eingebaut wurden. Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des US-Repräsentantenhauses, kritisierte Huawei und ZTE bereits 2012 scharf und empfahl US-Unternehmen, die beiden Unternehmen zu meiden. Der milliardenschwere Einstieg von Softbank beim Mobilfunker Sprint Nextel wurde erst genehmigt, als die Beteiligten anboten, künftig auf Huawei-Hardware zu verzichten.

Aus dem Smartphone-Geschäft in den USA wolle man sich laut Ren jedoch nicht zurückziehen. Das laufe auch trotz der Spionage-Vorwürfe gut. Mit dem Interview äußerte sich der Huawei-Chef erst zum zweiten Mal gegenüber ausländischen Medien zu den Vorwürfen.