B2B
02.01.2014

QR-Codes auf Rechnungen machen Erlagscheine obsolet

Der QR-Code hält nun auch endgültig in Österreichs Bankwesen Einzug, zumindest wenn es nach der Erste Bank geht. Alle Selbstbedienungsautomaten wurden umgerüstet.

QR-Codes mussten in der Vergangenheit bereits als Hoffnungsträger für vieles herhalten. Sie wurden und werden eingesetzt, um weiterführende Webinhalte und App-Downloads auf Plakaten, Produkten oder aber in gedruckten Magazinen unterzubringen. In naher Zukunft sollen sie auch im Zahlungsverkehr eine Rolle spielen. Finanzexperten glauben sogar, dass sie Zahlscheine bei Rechnungen obsolet machen könnten.

QR-Standard definiert

Die notwendigen Standards, um QR-Codes überhaupt sicher und zuverlässig im sensiblen Finanzmarkt einzusetzen, wurden in Österreich bereits durch die STUZZA (Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr) ausgearbeitet. In dieser sind die größten österreichischen Kreditinstitute sowie die Nationalbank vertreten. Darüber hinaus trägt die Plattform auch Sorge, dass die Vorgaben der europäischen Normungsinstitute berücksichtigt und umgesetzt werden.

Nachdem schon mehrere Banken mobile E-Banking-Apps anbieten, mit denen QR-Codes eingescannt und verarbeitet werden können, geht die Erste Bank nun einen Schritt weiter. Mitte Dezember wurden sämtliche Selbstbedienungsterminals mit einer QR-Code-Lesefunktion aufgerüstet. Zahlscheine, auf denen ein QR-Code aufgedruckt ist, hinter dem sich eine Zahlungsanweisung verbirgt, können ohne Zutun über das Zahlscheinfach vom Gerät verarbeitet werden.

Weniger fehleranfällig

„Der Scanner, der bisher den Zahlschein abfotografierte und das digitale Abbild dann zur Weiterverarbeitung in den Zahlungsverkehr geschickt hat, erkennt automatisch, ob sich ein korrekter, lesbarer QR-Code auf dem Erlagschein befindet“, sagt Peter Seitz, Channelmanager für Selbstbedienungsgeräte bei Erste Bank, im Gespräch mit der futurezone. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Lese-Fehler können fast zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, zudem ist die Lese- und Verarbeitungsgeschwindigkeit von QR-Codes wesentlich höher als bei den herkömmlichen Scans.“

Neben den bereits umgerüsteten Erlagschein-Fächern bei den Selbstbedienungsautomaten experimentiert die Erste Bank in einigen Filialen auch mit separat angebrachten QR-Lesern. Diese könnten in Zukunft dazu verwendet werden, um etwa DIN-A4-Rechnungen mit aufgedruckten QR-Codes verarbeiten zu können. Kunden müssten zur Zahlungsanweisung lediglich das Blatt Papier vor das Infrarotlicht des Scanners – vergleichbar etwa mit den Strichcode-Scannern in Supermärkten – halten. Am Bildschirm wird die hinterlegte Zahlungsanweisung übersichtlich dargestellt, der Kunde muss dann nur noch bestätigen.

Auch für mobiles Banking nutzbar

Eine weitere Möglichkeit ist die Scan & Pay Funktion, welche die Erste Bank in der Netbanking-App integriert hat. Über die im Smartphone integrierte Kamera kann der Kunde den aufgedruckten QR-Code abfotografieren. Die Überweisungsdaten werden schließlich automatisch übertragen. „Der große Durchbruch ist natürlich noch nicht ganz da. In ein bis zwei Jahren wird diese Art des Bezahlens aber selbstverständlich sein“ , ist Seitz überzeugt. Einen ersten großen Schub erwartet der Bankexperte bereits im kommenden Jahr, denn mit 1.Februar 2014 wird von der EU die Kontonummer abgeschafft und alles auf IBAN umgestellt. Statt der manuellen Eingabe dieser neuen, längeren Nummer, könnte der QR Code am Zahlschein folglich als Erleichterung dienen.

Einige Konzerne wie etwa A1 würden jetzt schon Rechnungen mit QR-Code ausstellen, auch andere Unternehmen hätten diesbezüglich Interesse bekundet. Für Privatpersonen und Firmen, die eine korrekte Zahlungsanweisung per QR-Code erstellen wollen, bietet die STUZZA einen eigenen QR-Code-Generator auf ihrer Homepage an. Seitz rechnet damit, dass der endgültige Durchbruch dann zu erwarten sei, wenn diese Möglichkeit bei Buchhaltungs- und Verrechnungssystemen standardmäßig integriert wird.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen.