Der Roboter Vector in den Händen von Anki-CEO Boris Sofman

© AP / Ted Shaffrey

B2B
04/30/2019

Roboterhersteller Anki ist pleite

Der Produzent von süßen kleinen Spielzeugrobotern entlässt seine gesamte Belegschaft wegen Finanzierungsproblemen.

Das einst aussichtsreiche Robotikunternehmen Anki hat überraschend sein Ende angekündigt. Wie Recode berichtet, teilte CEO Boris Sofman am Montagmorgen der gesamten Belegschaft ihre Entlassung mit. Anki hatte bis zuletzt über 200 Millionen Dollar an Investmentgeldern aufgetrieben. Die jüngste Finanzierungsrunde ist jedoch knapp gescheitert. Ein essentieller Investor ist offenbar erst vor Kurzem abgesprungen und hat damit das drohende Ende der Firma besiegelt.

Spielzeug mit Hintergrund

Anki erlangte vor allem durch spielzeughafte Roboter Bekanntheit. Hinter Produkten wie Anki Drive - eine Art futuristischer Carrera-Bahn - und Cozmo - einem kleinen, einfach programmierbaren Roboter für daheim im Stile von Disneys Wall-E - steckte jedoch ernsthafte Entwicklungsarbeit am Gebiet der künstlichen Intelligenz. Die futurezone hat Cozmo und Anki Drive getestet (siehe unten).Trotz der verbreiteten Wahrnehmung als Spielzeughersteller generierte Anki robuste Umsätze. 2017 lag der Umsatz angeblich bei knapp 100 Millionen Dollar. 200 Angestellte arbeiteten zuletzt für Anki.

Mögliche Übernahme

"Trotz unserer vergangenen Erfolge haben wir Wege gesucht, um unsere künftige Produktentwicklung zu finanzieren und unsere Plattformen zu erweitern", teilt ein Sprecher der Öffentlichkeit mit. "Ein wichtiges Geschäft mit einem strategischen Investor ist jedoch zu einem späten Zeitpunkt ausgefallen und wir konnten keine Einigung erzielen. Wir tun jetzt unser bestes, um uns um jeden einzelnen Angestellten und dessen Familie zu kümmern und unser Management-Team versucht alle Möglichkeiten auszuschöpfen."

Bereits bisher stand eine mögliche Übernahme im Raum. Microsoft, Amazon und Comcast befanden sich unter den Interessenten.