B2B
24.08.2016

Spotify strebt längerfristige Verträge mit Musiklabels an

Zur Börsengang-Vorbereitung will Spotify Verträge mit Musiklabels abschließen, die nicht monatlich verlängert werden müssen. Die Labels verlangen aber mehr Geld.

Um seinen Marktwert vor dem geplanten Börsengang 2017 zu erhöhen, versucht der Musik-Streaming-Dienst Spotify neue, längerfristige Verträge mit den drei großen Musiklabels Universal, Sony und Warner auszuhandeln. Wie das Wall Street Journal berichtet, wurden die bisherigen Verträge auf monatlicher Basis verlängert. Längerfristige Deals würden Spotify interessanter für Investoren machen.

Wunsch nach mehr Einnahmen

Die drei großen Musiklabels streben im Gegensatz dazu eine Erhöhung ihrer Einnahmenbeteiligung ab. Bisher muss Spotify 55 Prozent seiner Einnahmen an die Musiklabels und ihre Künstler abliefern. Der Anteil soll auf 58 Prozent steigen, soviel zahlt nämlich Apple für Abo-Kunden von Apple Music.

Seiltanz

Den Labels ist das Gratis-Modell von Spotify ein Dorn im Auge. Werbeeinahmen bringen weniger Geld als Abonnement-Verkäufe. Andererseits sind die Labels an Spotify beteiligt. Man will Gratis-Kunden nicht an YouTube und andere Portale verlieren, die werbefinanziert sind und Musik gratis anbieten. Spotify hält zudem trotz Experimenten mit exklusiven Inhalten für Abo-Kunden fest am Gratis-Modell fest.

Um die Finanzen im Gleichgewicht zu halten, überlegt Spotify auch eine Anhebung des Abo-Preises. Damit riskiert man allerdings, Kunden an Apple und Google zu verlieren, die Abonnements für ihre jeweiligen Musik-Streaming-Dienste zum selben Preis wie Spotify anbieten.