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Digital Life
02/07/2019

Amazon Prime Video hat ein Problem mit Bootleg-Filmen

Auf Amazons kostenpflichtiger Streamingplattform tauchen nicht lizenzierte Kopien von Filmen auf.

Nicht lizenzierte Kopien bekannter Filme finden sich online üblicherweise nur noch abseits der ausgetretenen Pfade. Plattformen wie YouTube investieren - mit zugegeben schwankenden Ergebnissen - viel Geld und Know-how, um solche Inhalte automatisch zu erkennen. Jetzt hat der Business Insider entdeckt, dass auch kostenpflichtige Streaminganbieter nicht vor Kopien, die ohne Erlaubnis der Rechteinhaber angefertigt wurden, gefeit sind. Auf Amazons Plattform Prime Video haben Redakteure des Insiders eine Kopie des Wong Kar-wei Films "In the Mood for Love" gefunden.

Die Kopie stammt offenbar von einem gekauften Datenträger und wurde auf Amazon Prime Video unter dem falschen Titel "Those Good Old Years" zum Streamen angeboten. Die Qualität der rechtlich nicht gedeckten Kopie war äußerst schlecht, wie die Aufdecker schreiben. Der Film soll seit Oktober 2018 verfügbar gewesen sein, wurde jetzt aber von der Plattform gelöscht, weil Amazon auf den Bericht des Business Insider reagiert hat. Die Kommentare unter "Those Good Old Years" legen nahe, dass zumindest einige Amazon-Kunden sich die Bootleg-Kopie angesehen haben.

Nutzer können hochladen

Im Unterschied zu YouTube und Co gehen Kunden bei Amazons Streaming-Angebot nicht davon aus, dass dort nicht lizenzierte Kopien von Filmen angeboten werden. Da täuschen sie sich allerdings. Der Business Insider berichtete bereits im Jänner, dass eine nicht verifizierte Kopie des japanischen Zombiefilms "One Cut of the Dead" bei Prime Video aufgetaucht war und das zu einer Zeit, als noch ein US-Vertreiber für den Film gesucht wurde. Auch bei E-Books hatte Amazon in der Vergangenheit Probleme mit Bootleg-Kopien.

Dabei eilt dem Online-Händler der Ruf voraus, streng gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen und gut mit Rechteinhabern zusammenzuarbeiten. Die Probleme mit nicht gewollten Filmkopienb kommen zustande, weil Amazon Kunden erlaubt, eigene Videos hochzuladen. Über Prime Video Direct können Nutzer Filme im Selbstverlag veröffentlichen. Amazon prüft die hochgeladenen Dateien zwar, das System ist aber offensichtlich nicht perfekt.