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© EPA / JUSTIN LANE

Digital Life

Apple-Manager besticht Sheriff mit 200 iPads, um Waffen tragen zu dürfen

Nachdem der Apple-CEO Tim Cook im Jahr 2016 ernsthaft bedroht wurde, sollte sein Sicherheitsteam eine Genehmigung zum verdeckten Tragen von Waffen erhalten. Diese Lizenzen sind der nun erneut Kern eines jahrelangen Bestechungsskandals. Im Fokus ist der Apple-Manager Thomas Moyer.

Ein Richter*innen-Gremium eines kalifornischen Berufungsgerichts hat am Freitag die Anklage wegen Bestechung gegen Moyer, Apples Sicherheitschef, wieder aufgenommen. Die Staatsanwält*innen behaupten, er habe illegal angeboten, dem Büro eines Sheriffs des Santa Clara County iPads im Wert von über 50.000 US-Dollar als Gegenleistung für eine Waffengenehmigung für Apples Sicherheitsteam zu übergeben.

Lizenzen gegen Wahlkampfspenden

Ursprünglich wurde die Anklage im Jahr 2020 von einem als "Grand Jury" bezeichnetes Geschworenen-Gremium erhoben. Ein Jahr später wurde diese von einem niedrigeren Gericht abgewiesen. Die Staatsanwält*innen legten allerdings Berufung ein und gewannen. „Moyer ist genau dort, wo er sein sollte – im Verhandlungskalender und wird wegen Bestechung angeklagt“, sagt Staatsanwalt Jeff Rosen gegenüber SFGATE.

➤ Mehr lesen: Apples Sicherheitschef wegen Bestechung angeklagt

Das Urteil von Freitag zur Wiedereinführung der Klage kommt nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten über die Waffenlizenz in Santa Clara. Unter anderem befand eine Sonderjury die frühere Beamtin Laurie Smith von Santa Clara County in einem Zivilprozess für schuldig. Sie habe ihre Befugnis missbraucht, das verdeckte Tragen von Waffen im Austausch für Wahlkampfspenden zu genehmigen.

Bearbeitung der Genehmigung verzögert

Das Apple-Sicherheitsteam beantragte die Genemigungen ursprünglich im Jahr 2018 – bürokratisch habe es aber kaum Fortschritte gegeben, selbst als Moyer für Smiths Wiederwahlkampf spendete. Der stellvertretende Sheriff Rick Sung, der gemeinsam mit James Jensen ebenfalls beschuldigt wurden, Bestechungsgelder verlangt zu haben, habe die Bearbeitung der Genehmigung verzögert und sich darüber beschwert, dass Mitglieder des Apple-Teams Smiths Gegner unterstützt hätten, heißt es im Urteil.

Erst im Jänner 2019 habe Smith dann die Lizenzen unterzeichnet. Die Antragsteller hätten jedoch noch keine Gelegenheit gehabt, sie abzuholen. Stattdessen hätten sich Moyer, Sung und Jensen im Febraur im Apple Park getroffen. Laut dem Urteil habe sich Moyer während des Treffens selbst eine E-Mail mit der Betreffzeilie „iPad-Spende“ geschickt.

200 statt 50 iPads

Diese Spende habe Moyer in den darauffolgenden Monaten innerhalb von Apple organisiert. Dabei habe er aber verschwiegen, dass die Waffenlizenzen noch ausstanden. Sung soll die Forderung außerdem von 50 auf 200 iPads erhöht haben. Damit stieg der Wert von 50.000 auf 80.000 Dollar. Im März 2019 hatte das Apple-Team die Lizenzen schließlich in der Hand.

Im August 2019 stornierte Moyer laut dem Urteil dann die Spende, nachdem er mit einem Anwalt gesprochen hatte. Die Staatsanwält*innen untersuchten die Erteilung der Waffenlizenzen durch das Sheriffbüro aber bereits. Im November erhob die Grand Jury Anklage gegen Moyer, Sung und Jensen.

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