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Digital Life
09/21/2019

Area 51 Raid: Memes und Party statt Aliens

2 Millionen Menschen wollte die Geheimnisse der Air Force Basis in Nevada enthüllen. Die Anwesenden feierten aber nur eine große Party.

Von den Millionen Menschen, die laut Facebook-Veranstaltung den Sturm auf die berüchtigte Area 51 vornehmen wollten, blieben nach Angaben des Bezirkssheriffs von Nye in Nevada noch etwa 40 Mutige übrig. Sie hatten sich in der 50-Seelen-Gemeinde Rachel eingefunden, um das Alien-Geheimnis zu lüften. Gegen 5 Uhr morgens seien sie friedlich und unverrichteter Dinge abgerückt. 

Der Initiator des Events, Matty Roberts, beteuerte, es sei ein Scherz gewesen. Er benannte das Event in "Alienstock" um und verlegte es nach Las Vegas. Wegen mangelnder Infrastruktur hätte es in Rachel möglicherweise in einer "humanitären Katastrophe" enden können, hieß es zur Begründung. Trotzdem lockten beide Veranstaltungen etwa 1500 Menschen nach Rachel.  Ein Besucher erlangte Internet-Bekanntheit, nachdem er hinter einem Nachrichtenreporter einen Naruto Run machte.

Die Behörden hatten gedroht, die Teilnehmer notfalls mit Gewalt daran zu hindern, in die Basis einzudringen. Das war allerdings nicht notwendig.

Das Internet hatte seine Freude an dem Event. Besonders der Unterschied zwischen den erwarteten 2 Millionen Fans und den wenigen Motivierten, die tatsächlich auftauchten gab Anlass zur Schadenfreude.

Mit Schildern und Rufen machte man sich selbst zum Meme. Der Ausdruck "Clap them Alien Cheeks" erlangt im Zuge des Area 51 Raids Popularität. Er statt ursprünglich aus einem Kommentar zum Film Avatar und meint den Wunsch, Sex mit einem Alien zu haben.

Aufatmen wollten Einwohner wie Joerg Arnu dennoch nicht: Sie befürchteten "Mobszenen" durch Besucher, die den weiten Weg auf sich genommen und sich von der Veranstaltung mehr erhofft hatten. Vorsorglich hatten sie Warnschilder vor ihren Häusern aufgestellt und Funkverbindungen unter den Nachbarn eingerichtet. Am Ende sei die Lage aber "recht ruhig", schätzungsweise seien 2.000 Menschen nach Rachel gekommen, sagte der gebürtige Niedersachse am Freitag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur.

Ein paar "verrückte Typen" seien dabei, einige Besucher hätten sich mit Ganzkörperkostümen als Aliens verkleidet, ab und zu sei Musik zu hören. Im Grunde seien es Touristen, "die sich alles angucken" und rege zwischen dem Ort und dem Gate zur Area 51 hin- und herfuhren, sagte er.