FILE PHOTO: Facebook CEO Mark Zuckerberg testifies before the House Energy and Commerce Committee hearing in Washington

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

© REUTERS / Leah Millis

Digital Life
10/01/2019

Audio-Leak: Zuckerberg will gegen Zerschlagung von Tech-Firmen kämpfen

Der Facebook-CEO steht einem möglichen Wahlsieg der US-Demokraten skeptisch gegenüber. Er will zur Not gegen die Regierung "in den Ring".

Im laufenden Wahlkampf um die US-Präsidentschaft wurden die Tech-Giganten Facebook, Google und Amazon Teil der politischen Debatte. Elizabeth Warren, die für die Demokraten kandidieren möchte, kündigte die Zerschlagung großer Tech-Firmen an, wenn sie die Wahl gewinne. Warren will damit gegen den zunehmenden Einfluss der Unternehmen vorgehen.

Zuckerberg will vor Gericht

Facebook-CEO Mark Zuckerberg äußerte sich dazu in einer Mitarbeiterversammlung: "Wenn jemand versucht, mit etwas so Existenziellen zu drohen, dann steigt man in den Ring und kämpft." The Verge veröffentlichte das Transkript und Audio-Aufnahmen der Sitzung. Zuckerberg sagt darin zudem, wenn Warren gewählt würde, müsse Facebook gegen die Zerschlagung des Unternehmens vor Gericht gehen. Das Verfahren würde man zwar gewinnen, sagt Zuckerberg optimistisch, für Facebook wäre es trotzdem schlecht, gegen die eigene Regierung zu klagen ("And does that still suck for us? Yeah."). 

Warren reagierte mit einem Tweet auf Zuckerbergs Aussagen. Sie entgegnete, dass es im Gegenzug schlecht wäre, wenn Facebook den Wettbewerb ausbremse, Datenschutzrechte verletzte und es wiederholt verfehle, die Demokratie zu schützen. Damit könnte sie auf den Cambridge-Analytica-Skandal, sowie die russische Einflussnahme auf die US-Wahl 2016, unter anderem über Facebook, anspielen. Sie scheue nicht davor zurück, große Tech-Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen.

Regulierungen notwendig

Zuckerberg kommentierte, das zerschlagen großer Tech-Unternehmen würde die Möglichkeit nicht verringern, dass Wahlen beeinflusst würden. Im Gegenteil würde es die Chancen sogar erhöhen, da die Firmen nicht mehr untereinander kommunizieren könnten. Trotzdem sagte er, die geäußerten Probleme müssten von Facebook thematisiert werden, um gemeinsam mit der Regierung an Regulierungen zu arbeiten. 

Facebook steht neben vielen anderen großen Technologie-Unternehmen derzeit ohnehin im Visier des US-Justizministeriums. Das will untersuchen, inwieweit großen Firmen, zu denen auch Google und Amazon zählen, den Wettbewerb behindern, weil sie durch Zukäufe ihren Einfluss permanent erweitern. Im Fall von Facebook betrifft der Vorwurf die Übernahme von Whatsapp und Instagram. Diese sollen, wenn es nach Warren geht, zukünftig wieder eigenständige Unternehmen werden.