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© EPA / JENS SCHLUETER

Digital Life
11/04/2020

Bandproben und andere 5G-Anwendungsfälle

In seinem Hauptquartier in Shenzhen zeigt Huawei, welche Innovationen der neue Mobilfunkstandard ermöglicht.

von David Kotrba

Die Möglichkeiten des neuen Mobilfunkstandards 5G werden gerne anhand diverser Beispiele erzählt. Ferngesteuerte Drohnen,  abgeschlossene Firmennetzwerke oder kommunizierende Autos zählen wohl zu den am häufigsten genannten. Der chinesische Telekomausrüster hat an seinem Hauptsitz in Shenzhen eine eigene Ausstellung geschaffen, in der gezeigt wird, welche 'Use Cases' mit hauseigener Technologie denkbar sind. Österreichischen Journalisten wurden nun per Telekonferenz zu einem Rundgang eingeladen.

Rudern durch 3D-Welten

Ein Smartphone-bestückter Kameramann sollte den 8700 Kilometer entfernten Zuschauern den Eindruck vermitteln, persönlich durch die "Galileo Exhibition Hall" von Huawei zu wandeln. Zu sehen bekamen sie etwa eine Rudermaschine, auf der man per VR-Brille durch virtuelle Wasserwelten fahren kann. "Das ist so viel interessanter als im Fitnesscenter auf einem Rudergerät zu sitzen", kommentierte einer der beiden Führer durch die Ausstellung. "Das macht so viel Spaß, ich kann gar nicht aufhören."

Das Anwendungsbeispiel solle zeigen, dass man Spiele per 5G in Echtzeit streamen kann. Neben der hohen Bandbreite profitieren Spieler auch von der besonders kurzen Latenzzeit der Mobilfunktechnologie. "Wenn das Bild ruckelt, kann es sein, dass man sich unwohl fühlt", erklärt der Guide.

Verteilte Musikgruppe

Ein weiteres Szenario nutzt ebenfalls die besonders kurzen Latenzzeiten von 5G aus: Bandproben per Videokonferenz. "Musik ist sehr zeitsensitiv", heißt es. Dank 5G könne eine Band gemeinsam musizieren, obwohl sich die Mitglieder an unterschiedlichen Orten aufhalten. Gerade angesichts drohender Corona-Isolation käme eine solche Möglichkeit gelegen.

Ü-Wagen im Rucksack

Der nächste Bereich widmete sich dem Fernsehen. Für Live-Übertragungen, etwa von Sportereignissen, benötige man derzeit noch ganze Lieferwagen voller Ausrüstung und müsse lange Vorbereitungszeiten einplanen. Mit 5G soll dies klarerweise einfacher funktionieren. Video-Encoder mit eingebauten Mobilfunkmodulen sollen Videobilder für das Fernsehen über 5G anstatt per Satellit übertragen. 10 Millionen US-Dollar teure Ü-Wagen sollen so auf ein 2,5 Kilogramm schweres Paket zusammengeschrumpft werden, das man in einem Rucksack transportieren kann.

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Industrieroboter

Mit 5G sollen künftig auch mobile Roboter in Industrieanlagen gesteuert werden. In der "Galileo Exhibition Hall" steht ein Exemplar, das Gestaltungsaufträge für Visitenkarten annimmt. Ein handschriftlich gezeichnetes "Austria" wird dann per Laser auf eine Karte gebrannt und auf einem Automated Guided Vehicle (AGV) abgelegt. Der kleine, selbstfahrende Fabrikstransporter liefert die Bestellung aus.

Präzise Chirurgie

Großes Potenzial für 5G sehen viele Experten im Gesundheitsbereich. Ärzte sollen durch 5G-Verbindung und Roboter etwa Patienten auf der anderen Seite der Welt operieren. Huawei stellt dazu ein Gerät aus, das als Eingabeinstrument dienen könnte. Zwei Instrumente an vielgelenkigen Armen können von Besuchern in die Hand genommen werden, um Roboterarme einen Faden durch ein Nadelöhr zu bewegen. Eine vergrößerte Ansicht des Loches hilft, die Bewegung der Instrumenten-Fernsteuerung wird durch die Roboterarme präzise kopiert.

Ultraschall-Untersuchungen

Operationen werden auf diese Weise derzeit noch nicht durchgeführt. In einem Videobeitrag sieht man aber, dass in China bereits Ultraschalluntersuchungen mit 5G-Robotern durchgeführt werden. Roboter mit 5G-Verbindung seien auch im während der Corona-Krise aus dem Boden gestampften neuen Spital in Wuhan zum Einsatz gekommen. Selbst wenig fortschrittlich wirkende Telepräsenz-Roboter seien dabei sehr hilfreich gewesen. Sie seien etwa zu Patienten gerollt, die auf einem Bildschirm Daten zum Krankheitsverlauf angezeigt bekamen, während auf einem zweiten Display ein Arzt in sicherer Distanz zu ihnen sprach.

Neues Business-Produkt

Präsentiert wurden all diese Anwendungsfälle den Zusehern in Österreich auf dem IdeaHub. Dabei handelt es sich um ein neues Produkt von Huawei für Geschäftskunden. Der IdeaHub ist eine Art interaktives Whiteboard mit eingebautem Rechner, Kamera, Mikrofonen und WLAN-Verbindung. Gerät in zwei Größen (65 und 86 Zoll) ermöglicht Videokonferenzen, Präsentationen und kollaboratives Arbeiten. Es verfügt über zahlreiche KI-Funktionen, etwa intelligentes Ausfiltern unerwünschter Nebengeräusche, automatische Anpassung des Kamerawinkels und mehr. 5G besitzt es aber (noch) nicht.

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