Digital Life
13.01.2014

Basemap.at: Amtliche Alternative zu Google Maps

Seit Anfang des Jahres ist basemap.at, eine auf Verwaltungsgeodaten basierende Internet-Grundkarte von Österreich, frei verfügbar.

Die Karte, die auf den Geodaten der Länder basiert, kann für private und kommerzielle Zwecke entgeltlos genutzt werden. "Jede Webanwendung, die ein Kartenfenster hat, kann die Karte einbinden", sagt Wolfgang Jörg, Projektleiter von basemap.at und ViennaGIS Koordinator zur futurezone. Basemap.at sei keine fertige Applikation, sondern biete eine Schnittstelle zu einer Rasterkarte, die in Geoinformationssysteme, Websites oder Apps eingebettet werden kann, so Jörg. Die Karte werde alle zwei Monate aktualisiert und auch laufend verbessert. Vor allem im Bereich der Verkehrsinfrastruktur würden die Inhalte noch stark ausgebaut. "Das Produkt lebt."

Freie Lizenz

Veröffentlicht wurde der Service, der das gesamte österreichische Staatsgebiet abdeckt, nach einer mehrmonatigen Testphase unter der in Österreich für offene Verwaltungsdaten üblichen Open Government Data Österreich Lizenz CC-BY 3.0 AT. Für die Nutzung ist lediglich die Nennung der Datenquelle erforderlich.

"Wir wollen, dass die Karte verwendet wird", sagt Jörg. Eine Vorraussetzung dafür sei die gebührenfreie Bereitstellung. Die Kosten für basemap.at werden von den Bundesländern getragen. Das kartographische Produkt biete quasi eine amtliche Alternative zu kommerziellen Angeboten wie etwa Google Maps oder Bing Maps und Community-Initiativen wie OpenStreetMap (OSM). "Wir haben einen anderen Zugang und andere Rahmenbedingungen."

Die Lizenz, unter der die Karte zur Verfügung gestellt werde, sei flexibler als andere freie Lizenzen, sagt der basemap.at-Projektleiter. Adaptionen und Anpassungen am Kartenmaterial müssten nicht, wie etwa bei der von OpenStreetMap verwendeten Lizenz, zu gleichen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Kommerzielle Nutzungen würden so vereinfacht, sagt Jörg: "Wir wollen jegliche Art der Nutzung zulassen."

Durch die Schaffung eines österreichweiten Angebotes habe man sich auch viele verwaltungsinterne Insellösungen erspart, meint Jörg. Durch die freie Verfügbarkeit könnten zudem Fehler schneller erkannt werden. "Wir haben einen Qualitätsverbesserungsprozess in Gang gesetzt."

Verwaltungsanwendungen

Derzeit nutzen etwa die Verkehrsauskunft Österreich, die App Qando der Wiener Linien und der Veranstaltungskalender Webtermine.at die Karte. Zum Einsatz kommt das kartographische Produkt natürlich auch in der Verwaltung. Künftig soll die Karte auch verstärkt für Online-Anwendungen genutzt werden: "Die Verwaltung hat viele Daten, die sich räumlich gut darstellen lassen."

Gehostet wird basemap.at, an dem neben den neun Bundesländern auch die ITS Vienna Region, die TU Wien und das Unternehmen Synergis mitgearbeitet haben, von der Stadt Wien. "Wir treten als Servicedienstleister auf und stellen einen gewissen Service-Level bereit", sagt Jörg. Sollten die Zugriffe die Server überlasten, werde man allerdings keine zusätzlichen Kapazitäten bereitstellen. Betreiber von zugriffsintensiven Anwendungen könnten sich die Daten herunterladen und sie selbst hosten, meint Jörg. "Das ist durch die Lizenz gelöst."