Mit Phishing-Anrufen versuchen Betrüger*innen Opfern persönliche Informationen zu entlocken.

Mit Phishing-Anrufen versuchen Betrüger*innen Opfern persönliche Informationen zu entlocken.

© APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Digital Life

Behörde warnt vor “Austrian Police Department”-Anrufen

Betrugsanrufe boomen derzeit, allein vom vergangenen Wochenende hat die RTR-Meldestelle für Rufnummernmissbrauch über 500 Beschwerden zu sogenannten Robocalls erhalten, bei denen sich ein „Austrian Police Department“ meldet. Später bekommen es Angerufene dann mit den echten Betrüger*innen zu tun, die es auf persönliche Daten, wie Adressen oder Bankverbindungen abgesehen haben. „Einfach auflegen“ lautet der einzige Tipp in so einem Fall.

Kriminelle wollen persönliche Daten erbeuten

„Bei diesen Robocalls meldet sich anfangs eine Tonbandstimme mit der Aufforderung, eine bestimmte Taste zu drücken“, schildert Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR-GmbH für den Fachbereich Telekommunikation und Post, das Eingangsszenario. Nach Tastendruck melden sich dann besagte Kriminelle, geben sich als Polizeibeamte aus und berichten von verdächtigen Aktivitäten im Kontext mit dem Bankkonto des potenziellen Opfers.

„Während des Telefonats fällt auch oft der Ausdruck 'identity card'. In weiterer Folge versuchen die Kriminellen an persönliche Daten, wie Adressen oder Bankverbindungen, heranzukommen oder warten sogar mit gefälschten Haftbefehlen auf“, sagte Steinmaurer zu den aktuellen Maschen.

Anruf von österreichischen Nummern

Gemeldet wurden der RTR etwa Aufforderungen zur Einzahlungen auf Bankkonten, zum Kauf von Online-Gutscheinen oder zur Installation von Schadsoftware. Oft wird mit vermeintlich österreichischen Telefonnummern angerufen, was das Vorab-Erkennen verunmöglicht.

„Das beste Mittel bei derartigen Anrufen ist einfach aufzulegen. Etwas anderes kann man eigentlich nicht tun, da die Betrüger*innen zumeist im Ausland sitzen und eine Verfolgbarkeit kaum möglich ist“, informiert Steinmaurer und ergänzt, „dass vermeintliche Vertreter*innen der österreichischen Exekutive über englische Tonbandansagen einen Kontakt herstellen, ist unüblich und daher ein erstes Indiz, dass da etwas faul ist.“

Tausende Beschwerden eingegangen

Vom 1. bis 25. Juli verzeichnete die Meldestelle für Rufnummernmissbrauch insgesamt 3.860 Beschwerden. 662 Beschwerden entfielen auf Pinganrufe, 2.500 auf Anrufe vom „Austrian Police Department“ und 523 auf sonstige belästigende Anrufe.

Im Juli 2021 wurden lediglich 2.734 Beschwerden registriert. Rufnummernbereiche, die missbräuchlich verwendet werden, werden unter rufnummernmissbrauch.at gelistet. „Dort finden Sie auch ein Formular, mit dem Sie uns verdächtige Nummern melden können. Damit können wir rechtzeitig Betrugs-Wellen erkennen und die Bevölkerung informieren“, rät der RTR-Geschäftsführer.

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