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Digital Life
06/07/2020

Black Lives Matter: Microsoft stößt Künstlerin vor den Kopf

Der Softwarekonzern zeigte bei der Bestellung eines Wandbildes für seinen New Yorker Flagship-Store wenig Feingefühl.

Der US-Softwarekonzern und die Werbeagentur McCann Erickson müssen sich nach der Bestellung eines Wandgemäldes mit Black-Live-Matter-Motiven bei der afroamerikanischen Künstlerin Shantell Martin viel Kritik gefallen lassen, berichtet Business Insider.

Denn in der E-Mail, in der das Gemälde für die Fassade des Microsoft-Flagship-Stores in der New Yorker 5th Avenue angefragt wurde, legten die Auftraggeber der Künstlerin nahe sich mit der Erstellung des Bildes doch zu beeilen. Damit es fertig werde, solange die Black-Lives-Matter-Bewegung noch relevant sei. Idealerweise solle das Bild am Sonntag fertig sein, heißt es in dem am vergangenen Mittwoch abgeschickten Schreiben weiter.

Bei der Künstlerin kam das nicht gut an. Sie machte die E-Mail am Samstag auf Twitter öffentlich und kommentierte: "Offenbar geht Microsoft davon aus, dass Black Lives Matter nach dem Wochenende nicht mehr relevant ist."

 

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Besonders für Leute, die viel Arbeit darin investieren, den systematischen Charakter von Rassismus und Polizeibrutalität in den Vereinigten Staaten aufzuzeigen, sei die in dem Schreiben implizierte Ansicht, das Auftreten gegen Rassismus sei nur ein vorübergehender Trend, schlichtweg beleidigend.

Sie sei nicht glücklich darüber, dass sie die E-Mail öffentlich gemacht habe, meinte Martin. Aber sie habe es für wichtig gehalten, die Anfrage zu teilen. Denn die sei inakzeptabel und Teil des Problems.

Das sieht mittlerweile auch Microsoft so. Ein Manager des Unternehmens entschuldigte sich bei der Künstlerin für die "gefühllose Sprache" und bat um Entschuldigung. Auch McCann-Chef Harris Diamond bezeichnete die E-Mail als "absolut falsch".

Lippenbekenntnisse

Viele US-Unternehmen hatten sich in den vergangenen Tagen unterstützend zur Black-Lives-Matter-Bewegung geäußert. Sie mussten sich dabei aber auch den Vorwurf gefallen lassen, nur Lippenbekenntnisse zu produzieren. Denn vor allem Technologieunternehmen haben bei der Diversität großen Nachholbedarf. Der Anteil an Mitarbeitern, die nicht weiß sind, liegt bei vielen Firmen im einstelligen Prozentbereich. Auch von rassistischen Vorfällen ist immer wieder die Rede. Daneben gibt es auch Kritik an der Technologie selbst, etwa an Algorithmen, die rassistische Klischees verstärken.

 

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