Digital Life
28.03.2014

Britische Behörde fordert Porno-Lizenz

Die für Video-on-Demand zuständige britische Regulierungsbehörde Atvod will eine verpflichtende Altersüberprüfung bei Porno-Angeboten im Netz durchsetzen.

Nutzer, die sich Pornos im Netz ansehen, sollen sich laut den Forderungen der britischen Regulierer von Atvod (Authority for Television On Demand) mit Kreditkartendetails oder anderen persönlichen Informationen identifizieren müssen, berichtet die BBC. Die britische Regierung müsse handeln, um Kinder vor pornografischen Darstellungen im Netz zu schützen.

Porno-Lizenz

Für britische Porno-Angebote ist eine solche Regelung bereits in Kraft. Da aber der Großteil der von britischen Nutzern konsumierten Online-Pornografie auf ausländischen Servern liege, müsse die Regelung aber ausgeweitet werden, so die Behörde, die dazu eine Art Porno-Lizenz vorschlägt. Eine solche Lizenz dürfe Porno-Anbietern nur gewährt werden, wenn sie der Identitätsüberprüfung zustimmen. Kreditkartenunternehmen müssten dazu angehalten werden, Zahlungen an Angebote ohne Lizenz zu verweigern, forderte die Atvod.

Untersuchung

Zur Unterstützung ihrer Forderung verwies die Regulierungsbehörde auf eine von ihr in Auftrag gegebene Untersuchung. Demnach haben in Großbritannien rund sechs Prozent der 15-Jährigen auf Online-Angebote mit pornographischen Inhalten zugegriffen.

Die britische Regierung drängt Internet-Anbieter bereits dazu, sogenannte Porno-Filter zu installieren, mit denen pornografische Inhalte blockiert werden. Die Filter, die auf Antrag von Nutzern, die älter als 18 Jahre sind, deinstalliert werden können, erwiesen sich jedoch als wenig treffsicher. So wurden etwa auch andere Angebote, etwa Aufklärungsseiten blockiert.

„Wertlose Geste“

Ein Sprecher der britischen Regierung hält den Vorschlag der Regulierer für überlegenswert. Die oppositionelle Labour-Partei sprach sich bereits für ein solches Vorgehen aus. Die Gruppe Sex and Censorship, die sich nach eigenen Angaben für freie Meinungsäußerung und sexuelle Freizügigkeit einsetzt, bezeichnete das Ansinnen der Regulierungsbehörde hingegen als „wertlose Geste“. Kostenlose Angebote würden von der Regelung nicht erfasst. Am Angebot an frei zugänglicher Pornografie werde sich dadurch nichts ändern.