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Digital Life
06/30/2014

Britische Kinos verbieten Google Glass

Eine Woche nachdem die Datenbrille in Großbritannien verfügbar ist, spricht der Kinoverband ein Google-Glass-Verbot im Kinosaal aus.

Seit voriger Woche ist das Google Glass Explorer Programm auch für Großbritannien zugänglich. Interessierte können die Datenbrille für 1.000 britische Pfund erwerben. Jetzt hat sich Phil Clapp, der Chef des britischen Kinoverbands Cinema Exhibitors' Association (CEA), zu Google Glass geäußert.

Gegenüber des Independent sagte Clapp: „Kinobesucher werden aufgefordert die Datenbrille nicht im Kinosaal zu tragen – egal ob gerade ein Film läuft oder nicht.“ Laut eigenen Angaben sind 90 Prozent der Kinobetreiber Mitglied der CEA, wodurch das Google-Glass-Verbot in nahezu allen britischen Kinos umgesetzt werden wird. Grund für die Maßnahme ist die Angst vor Filmpiraterie. User könnten den Film mitschneiden und später im Internet zum Download anbieten.

In einem Londoner Kino der Kette Vue sei bereits ein Träger von Google Glass aufgefordert worden die Brille abzunehmen. Grund sei, dass das Kino-Personal nicht erkennen könne, wie der User seine Glass nutzt. Zwar verrät das Leuchten des Prismas im dunklen Kinosaal das Google Glass aktiv ist, jedoch könnte der Träger auch nur gerade seine E-Mails checken anstatt den Film aufzuzeichnen.

Lausiges Gerät für heimliche Aufnahmen

Ein Sprecher von Google äußerte sich zu dem Glass-Verbot im Kino. „Wir empfehlen Kinos Google Glass wie Smartphones zu behandeln und einfach den Nutzer bitten das Gerät auszuschalten, wenn der Film startet. Man sollte auch Google Glass ausprobieren, bevor man es reglementiert. Da Google Glass am Kopf getragen wird und es bei der Verwendung aufleuchtet, ist es ein lausiges Gerät um heimliche Aufnahmen zu machen." Zudem sei der Akku nach gut 45 Minuten kontinuierlicher Videoaufnahme leer, was nicht zum Aufzeichnen eines Kinofilms reicht.

In den USA verbieten einige Lokale und Kinos Google Glass. In einem Fall wurde sogar ein Träger aus dem Kinosaal abgeführt und von der Polizei verhört, weil er verdächtigt wurde Teile des Films aufgezeichnet zu haben.