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Demonstranten in Hongkong wehren sich mit Laser gegen Gesichtserkennung

Mit Laser-Pointern versuchen die Demonstranten in Hongkong zu verhindern, dass die Polizei brauchbare Fotos und Videos von den Menschenmassen anfertigt. Sie richten ihre Laser-Pointer direkt auf die Polizisten. Treffen die Laser-Strahlen auf Kamerlinsen, werden die Bilder unbrauchbar. Einige Kameras sollen dadurch auch dauerhaft beschädigt worden sein.  

Einige der Polizisten sind mit smarten Brillen samt Gesichtserkennungskameras ausgestattet. Vor allem diese Kameras versuchen die Demonstranten mit den Lasern zu verwirren, um zu verhindern, dass sie von chinesischen Behörden identifiziert und möglicherweise hart bestraft werden. 

Ebenso sollen Polizisten festgenommene Demonstranten dazu zwingen, ihre Smartphones zu entsperren, um diese Auslesen zu können. Die Polizei nutzt dafür auch die biometrischen Entsperr-Methoden per Fingerabruckscanner beziehungsweise Gesichtserkennung

Flughafen gesperrt

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen am Montag sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit. Tausende Demonstranten versammelten sich in der Abflugs- und Ankunftshalle, um gegen Regierung und Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt. Zuvor hatten noch Maschinen abheben können.

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einem Demonstranten, der durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, sein Auge "zurückgeben". Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht groß verzögert wurde.

Heftige Proteste seit zwei Monaten

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Ausschreitungen enden. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Demonstrationen entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Viele Menschen befürchten einen zunehmenden Einfluss Pekings auf das Leben in der Finanzmetropole und fordern demokratische Reformen.

Anti-extradition bill protesters rally at the departure hall of Hong Kong airport in Hong Kong

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf den gewaltbereiten Demonstranten zuletzt "erste Anzeichen von Terrorismus" vor. In den letzten Tagen hätten "radikale Demonstranten" wiederholt Polizisten mit "äußerst gefährlichen Werkzeugen" angegriffen.

Dies sei eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in Hongkong. Die "Kriminellen" müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte der Sprecher weiter.

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