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Selbstgebaut Elektro-Lkw wird mit Kuhmist angetrieben.

Der elektrische Futter-Lkw
Der elektrische Futter-Lkw - Foto: Straus Family Farm
Während Tesla und andere Autohersteller noch an Prototypen von Elektro-Lkw feilen, hat ein Bio-Milchbauer seinen 15-Tonnen-Truck selbst auf Elektroantrieb umgebaut.

Albert Straus hat auf seiner Farm in Kalifornien 300 Milchkühe. Diese geben nicht nur Milch für Bioprodukte, wie Butter, Speiseeis und Jogurt, sondern fabrizieren auch ein weniger delikates Bionebenprodukt: Mist.

Etwa 15.000 Liter Kuhdung werden auf der Straus-Farm täglich gesammelt. Dieser landet in einer Biogasanlage, wo der Kuhmist zu Gas und Kompost wird. Das Biogas wird wiederum in elektrische Energie umgewandelt.

Elektro-Flotte

Bis hier hin ist das Konzept nicht neu: Auch andere Farmen setzen auf Strom aus Biogas. Anstatt den Strom aber bloß ins hiesige Netz einzuspeisen, hat sich Straus entschlossen ihn direkt zu nutzen und so selbst etwas für eine bessere CO2-Bilanz zu unternehmen.

Die Energie reicht nicht nur aus, um die 200 Hektar große Farm mit Strom zu versorgen, sondern auch um die Batterien der elektrischen Farm-Autos, ein Toyota RAV4, ein Nissan Leaf und ein paar kleinere Fahrzeuge, aufzuladen.

Futter-Lkw

Das Prunkstück in der elektrischen Farm-Flotte ist aber ein 15-Tonnen-Truck. Straus arbeitete zusammen mit einem lokalen Mechaniker acht Jahre an diesem Projekt. Der Lkw der Marke International Harvester wurde von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstet. Der Truck wird genutzt, um Futter zu den Kühen zu bringen, wo es im Hänger gemischt und portionsweise abgeladen wird.

Damit schließt sich der Kreis: Die Kühe machen Mist. Der Mist wird zu Gas, Gas zu Strom, Strom betriebt den Lkw und der Lkw bringt das Futter zu Kühen. Die fressen es und machen daraus wieder Mist.

Als nächstes will Straus einen Klein-Lkw auf Elektroantrieb umbauen, um damit lokale Märkte mit seinen Bioprodukten zu beliefern.

Tesla und Mercedes

Elektro-Lkw wird ein großes Marktpotenzial vorhergesagt. Große Unternehmen könnten etwa ihre Fahrzeugflotte durch die Abwärme von Fabriken kostenlos aufladen. Die Hersteller wittern das große Geschäft, da Elektro-Lkw vermutlich durch Förderungen von Regierungen gestützt werden würden, was einen zusätzlichen Anreiz zur Anschaffung für Unternehmen liefert.

MAN will etwa E-Lkw in Österreich bauen. BMW hat 2015 versuchsweise einen Elektro-Lkw in Dienst gestellt. Scania entwickelt ein Hybridfahrzeug, das den Strom auf der Autobahn aus einer Oberleitung holt. Mercedes will mit der Fertigung des eCanter noch heuer beginnen.

Elon Musk hat angekündigt, dass der Elektroauto-Platzhirsch Tesla im September einen E-Sattelschlepper vorstellen wird. Dieser soll auch autonom fahren können. Wie ausgereift und umsetzbar das Lkw-Konzept von Tesla tatsächlich ist, wird sich wohl erst zeigen.

(futurezone) Erstellt am 07.08.2017, 18:12

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