Digital Life
25.04.2018

Ex-PayPal-CEO: "Bitcoin ist der größte Betrug aller Zeiten"

Der ehemalige Chef des Zahlungsdienstleisters geht in einem Kommentar auf Kryptowährungen los.

Er habe es satt, den Leuten zu erklären, "Seid vorsichtig, es ist spekulativ; seid vorsichtig, es ist eine Blase", daher müsse es endlich in aller Deutlichkeit gesagt werden: " Bitcoin ist der größte Betrug aller Zeiten". Der ehemalige PayPal-CEO Bill Harris schreibt sich in einem Kommentar auf Recode seine Wut auf Kryptowährungen von der Seele.

Bitcoin sei nichts Anderes als ein "Pump-and-Dump"-Komplott bei dem irgendwelche Promoter bei niedrigen Preisen Geld hineinstecken, anschließend über ihre einflussreichen Kanäle Promotion betreiben und auf diese Weise versuchen den Preis nach oben zu treiben. Steigt der Kurs, verkaufen die Influencer ihre Investments mit Gewinn. Die Verlierer bei diesem "Pump-and-Dump-Schema" seien schlecht informiert und vor allem von Gier getrieben.

Als Zahlungsmittel völlig ungeeignet

Harris schreibt weiter: "Die Bitcoin-Promoter behaupten Kryptowährungen sind nützlich als Zahlungsmittel, als Wertanlage und haben Eigenwert". Nichts davon sei richtig, so Harris.

Als Zahlungsmittel sei Bitcoin nicht geeignet, da es kaum irgendwo akzeptiert wird. Andere Kryptowährungen, die vorgeben ein Zahlungsmittelersatz zu sein, würden überhaupt nirgends als Zahlungsmittel akzeptiert. Generell sei eine Währung, die pro Tag zehn Prozent und mehr schwankt, als Zahlungsmittel völlig ungeeignet. Dazu kommen noch hohe Transaktionskosten und extrem lange Wartezeiten, bis Transaktion überhaupt durchgeführt werden. Mastercard könne 38.000 Transaktionen pro Sekunde durchführen, Bitcoin lediglich fünf.

Als Wertanlagen würden Kryptowährungen auch nicht taugen, so Harris. Dafür seien die Kurse viel zu volatil. Digitale Währungen seien viel weniger vertrauenswürdig als Banken oder Börsemakler.

Nur für Kriminelle

Und Eigenwert hätte Bitcoin sowieso keinen, schreibt der ehemalige PayPal-CEO. Eigenwert hätte Bitcoin nur für diejenigen, die daran glauben. Dieser Eigenwert sei rein virtuell und entstehe nur daraus, dass Anleger davon ausgehen, andere Anleger würden zu einem noch höheren Preis kaufen.

Kryptowährungen wie Sweatcoin, die man gegen Fitness-Geräte tauschen kann, seien nichts anderes als Gutscheine und Voucher. Dafür seien Promo-Codes wesentlich besser geeignet, als kryptographische Blockchain-Anwendungen.

Einen Anwendungsfall für Bitcoin findet der Ex-PayPal-CEO dann doch noch: für kriminelle Aktivitäten. Bitcoin sei vor allem dazu geeignet, dass Kriminelle anonym Transaktionen durchführen können. Dazu gehöre im Darknet für illegale Dienstleistungen und Waren zu bezahlen damit Cyberkriminelle Lösegeld bei Ransomware bekommen.

Abschließend fordert Harris, dass es an der Börseaufsicht und anderen Behörden liege, normale Investoren vor Betrug und irreführenden Angeboten zu schützen.