FILE PHOTO: A logo of WhatsApp is pictured on a T-shirt worn by a WhatsApp-Reliance Jio representative during a drive by the two companies to educate users, on the outskirts of Kolkata

© REUTERS / Rupak De Chowdhuri

Digital Life

Instagram-Chef kritisiert WhatsApp-Kommunikation

Während WhatsApp nach einer Massenflucht seiner User zu retten versucht, was noch zu retten ist, kommt nun auch direkt aus dem Facebook-Konzern Kritik. Instagram-Chef Adam Mosseri hat in einem Interview mit The Verge zwar ebenfalls unterstrichen, dass viele kritische Anmerkungen bezüglich der neuen Nutzungsbedingungen auf Falschinformationen und Gerüchten beruhen. Gleichzeitig übte er aber auch Kritik an WhatsApp bzw. dem Facebook-Konzern hinsichtlich der misslungenen Kommunikation.

"Schlechte Kombination"

"Als WhatsApp seine Nutzungsbedingungen veränderte, wurde das ganze nicht klar kommuniziert und der Mehrwert für User war nicht sofort sichtbar. Das ist eine schlechte Kombination. Es ist ein Rezept für Falschinformationen. Und das ist es, warum wir jetzt sind, wo wir sind", kritisiert Mosseri. Bei Instagram und dem Zusammenwachsen mit dem Facebook Messenger habe das besser funktioniert, weil User sofort einen Mehrwert davon hatten - etwa einfach zu antworten oder auf Postings zu reagieren.

Mosseri sprach von einem Moment der Demut, den man durch die außer Kontrolle geratene Kommunikation erfahren habe. Dass User auf Veränderungen nervös reagieren, sei unvermeidbar. Gleichzeitig müssten große Plattformen wie WhatsApp oder Instagram sich verändern, um nicht im Stillstand zu verharren und neue Funktionen anbieten zu können. Wann immer man folglich eine Veränderung anstrebe, müsse man alles tun, um Usern den Mehrwert dieser Änderung näherzubringen. Das sei bei WhatsApp nicht passiert.

Trump-Sperre "war richtig"

Bei einer weiteren umstrittenen Entscheidung - nämlich der Sperre von Trumps Instagram- und Facebook-Account - verteidigt Mosseri die Vorgangsweise des Konzerns. Die Sperre sei richtig gewesen und es gebe auch keine Pläne, Trumps Accounts auf einer Facebook-Plattform wieder freizuschalten. "Dieser eine spezifische Account steht bei uns gar nicht so im Fokus. Wir müssen jetzt sicherstellen, dass unsere Plattformen nicht dazu verwendet werden, um Gewaltdelikte während der Angelobung zu organisieren", sagte Mosseri.

Wenn die kommenden ein bis zwei Wochen glimpflich über die Bühne gehen, könne man auch wieder darüber reden, was mit dem Account von Präsident Trump geschehe. Aktuell stelle sich die Diskussion allerdings überhaupt nicht, findet der Instagram-Chef klare Worte.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Martin Stepanek

martinjan

Erste Computer-Begegnung: Macintosh 128k (1984). Erster eigener Computer: Atari 520ST. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

mehr lesen Martin Stepanek

Kommentare