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studie
10/19/2010

Jugendliche nehmen Datenschutz ernst

Kinder und Jugendliche gehen verantwortungsvoller mit ihren persönlichen Daten um, als viele glauben. 78 Prozent der Teenager haben das Gefühl, persönliche Informationen in Social Networks gut unter Kontrolle zu haben. Das ergab eine Studie der Sicherheitsfirma Truste, die allgemein ein positives Bild zeichnet, wenn es um Jugendliche und Datenschutz geht.

von Claudia Zettel

Das Ergebnis kommt im Vergleich zu ähnlichen vorhergehenden Studien etwas überraschend: Kinder und Jugendliche nehmen Datenschutzfragen durchaus ernst, wie die aktuelle Truste-Untersuchung "The Kids are alright" zeigt. Laut dem Bericht der US-Sicherheitsfirma haben 80 Prozent der Eltern und 78 Prozent der Teenager das Gefühl, die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken unter Kontrolle zu haben. 84 Prozent der Eltern sind außerdem überzeugt, dass ihre Kinder verantwortungsvoll mit dem Thema Datenschutz in Social Networks umgehen.

"Jugendlichen ist das Thema Privatsphäre nach wie vor wichtig", bestätigt auch Bernhard Jungwirth von der Initiative Saferinternet.at im Gespräch mit der FUTUREZONE. Allerdings gebe es oft eine andere Auffassung davon, welche Daten schützenswert seien. "Hier unterscheidet sich die junge von der älteren Generation", so Jungwirth weiter.

Aus der Studie geht auch hervor, dass die meisten Eltern sich inzwischen online mit ihren Kindern "befreunden". 84 Prozent fühlen sich sehr gut darüber informiert, wie viel Zeit ihr Nachwuchs in sozialen Netzwerken verbringt. Außerdem meinen die meisten Eltern zu wissen, welche Inhalte von ihren Kindern im Internet gepostet werden. "Eltern sind jedenfalls dazu aufgefordert, ihre Kinder im Netz zu begleiten und sich auch einmal etwas von ihnen erklären zu lassen", meint Jungwirth.

Facebook ist die Nummer eins

Laut der Truste-Studie ist Facebook klar das führende Social Network. 95 Prozent der befragten Eltern und 86 Prozent der befragten Kinder sind auf der Seite angemeldet. Nur 26 Prozent der Eltern und 46 Prozent der Jugendlichen nutzen MySpace. Twitter wird überhaupt nur von zehn Prozent der Teenies genutzt.

Überraschenderweise sagen immerhin 52 Prozent der Eltern und 59 Prozent der Jugendlichen, die Privatsphäreeinstellungen auf Facebook seien klar und leicht verständlich. Normalerweise werden die Facebook-Einstellungen eher als zu kompliziert kategorisiert. "Auch wir haben die Erfahrung, dass die Facebook-Einstellungen von vielen oft gar nicht genau verstanden werden. Sie ändern sich häufig und sind vielen zu kompliziert", sagt Jungwirth. Saferinternet.at biete daher auch regelrechte "Facebook-Checks" an, wo Eltern und Kindern die richtige Nutzung der Einstellungen erklärt wird.

Freundschaftsanfragen von Fremden

Eher unvorsichtig sind die Jugendlichen, wenn es um Freundschaftsanfragen von fremden Personen geht. Laut Truste sagten zwei Drittel der befragten Teenager, sie hätten schon Anfragen von Leuten akzeptiert, die ihnen völlig unbekannt waren. Acht Prozent nehmen generell jede Freundschaftsanfrage an.

Wenn sich Jugendliche dazu entschließen, Inhalte auf ihren Profilseiten mittels Datenschutz-Einstellungen vor Freunden zu verbergen, so tun sie dasselbe in der Regel auch bei ihren Eltern. 60 Prozent gaben an, Privatsphäreeinstellungen immer oder zumindest manchmal dazu einzusetzen, um bestimmten Content mit einigen Freunden zu teilen, aber vor anderen zu verstecken.

(Claudia Zettel)

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