FILE PHOTO: A representation of virtual currency Bitcoin and small toy figures are placed on computer motherboard

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Digital Life

"Kryptowährungssucht ist das Crack-Kokain des Glücksspiels"

"Ich kann mich genau an den Moment erinnern, an dem es zu einem Problem wurde", wird ein Mann aus Großbritannien von der BBC zitiert. Sein Problem war das suchthafte Handeln mit Kryptowährungen, bei dem er am Ende mehrere Millionen Pfund verloren hatte.

"Ich hatte den Betrag, den ich eigentlich beiseitegelegt hatte, fast aufgebraucht. Aber ich war bereit mehr zu riskieren", zitiert die BBC den Mann, der anonym bleiben will.

Er hatte Glück. Bei diesem "letzten Trade" konnte er sich wieder alles zurückholen, was er bis dahin verloren hatte. "Das Gefühl war absolut euphorisch", so der Brite.

Handel mit Kryptowährungen wurde zur Sucht

Seine Fixierung auf Investments in digitale Währungen wurde durch diesen Erfolg allerdings nur noch mehr angestachelt. Es dauerte nicht lange und das exzessive Handeln mit Kryptowährungen führte zu Problemen in seiner Partnerschaft, im Privatleben und in der Arbeit.

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Beruflich war er zu der Zeit für mehrere Millionen Pfund verantwortlich. In seinem Suchtzyklus konnte er nicht widerstehen und investierte Geld, das nicht seines war, in digitale Währungen.

Als er das Geld verloren hatte, wurde er von seinem Arbeitgeber geklagt und landete vor Gericht. Glücklicherweise konnte er mithilfe seiner Familie die abhandengekommenen 1,5 Millionen Pfund zurückzahlen.

Klinik für Kryptowährungs-Süchtige

Mittlerweile wird der Mann in einer schottischen Suchtklinik behandelt, die sich unter anderem auf Kryptowährungssüchtige spezialisiert hat. Dort wird die Bitcoin-Sucht als eine Art der Spielsucht behandelt, da die Symptome der Krankheiten sehr ähnlich sind.

"Die Kryptowährungssucht ist das Crack-Kokain des Glücksspiels, weil es immer verfügbar ist: Es ist auf dem Handy, es ist auf dem Laptop, es ist im Schlafzimmer", sagt Tony Marini, der in der schottischen Klinik Süchtige behandelt.

Genaue Angaben über die Zahl der Betroffenen gebe es nicht, so Marini. Es würden aber immer mehr werden. In der Krypto-Szene höre man immer nur über die Erfolgsgeschichten, wenn wer viel Geld gemacht hat. Von denen, die alles verloren haben, höre man recht wenig, kritisiert Marini.

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