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Berlin
01/28/2014

Kunstfestival Transmediale sucht postdigitale Gegenwart

Das Festival widmet sich Themen zwischen Hochglanz-Visionen des Digitalen und Elektroschrott, Abhörskandalen, Big Data und Wistleblower.

Das Kunstfestival Transmediale präsentiert ab Mittwoch in Berlin mit zahlreichen Installationen und prominenten Gästen einen gegenwärtigen Zustandsbericht der digitalen Kultur. Unter dem Motto "Afterglow" will das Festival auf künstlerischem Weg erkunden, was vom Glanz der digitalen Welt im postdigitalen Zeitalter übrig bleibt.

Das englische Wort steht für Abendrot, bezeichnet aber auch positive und negative Nachwirkungen des Drogenkonsums. "Afterglow" beschreibe den Moment, nachdem die Sonne untergegangen sei und noch immer ein Licht zu sehen sei, beschreibt Kristoffer Gansing, künstlerischer Leiter der Transmediale, den Moment.

"Viele digitale Kulturen"

Von Mittwoch an erkunden die Künstler Glanz und Elend des Digitalen, das längst alle Bereiche des alltäglichen Lebens erfasst hat. Es gebe nicht eine, sondern viele digitale Kulturen, sagte Gansinger. Die Künstler des Festivals wollen mit ihren Installationen, Screenings, Konferenzen und Performances deshalb einen Weg zwischen "Trash" und "Treasure" (Müll und Abenteuer) zeigen, zwischen Hochglanz-Visionen des Digitalen und Elektroschrott, Abhörskandalen, Big Data und Wistleblower.

Neben Installationen, einem umfangreichen Konferenz- und Screening-Programm mit Videokunst steht auch ein "Hackathon" auf dem Programm. Insgesamt 80 Künstler und Programmierer haben sich im Haus der Kulturen zusammengefunden und stellen nach 48-stündiger Arbeit zum Auftakt des Festivals ihre Ergebnisse aus. Der "Art Hack Day" ist eine Zusammenarbeit mit dem Berliner Lab for Electronic Arts and Performance (LEAP).

Prominente Gäste

Im Konferenzprogramm sollen Fragen etwa nach den kulturellen, körperlichen und geopolitischen Konsequenzen aus drei Jahrzehnten Digitalisierung gestellt werden. Die Screening-Beiträge des Video-Programms thematisieren den Alltag im Zeichen von Internet, Überwachung, Big Data und Datenmüll. Und Installationen wie "Critical Infrastructure" der Künstlerforscher Jamie Allen und David Gauthier, die in der Eingangshalle Daten und Bewegungen mit Überwachungskameras erfasst, zeigen die Übergänge von Datensammlung und visueller Darstellung.

Als prominente Gäste werden unter anderen die amerikanische Dokumentarfilmerin und Vertraute des Whistleblowers Edward Snowden, Laura Poitras, sowie der Internet-Aktivist Jacob Appelbaum und der Ex-NSA-Mitarbeiter William Binney erwartet. Auch der kanadische Künstler und Schriftsteller Douglas Coupland sowie - per Video-Streaming - die Videokunst-Ikone Ai Weiwei sind dabei.

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