Digital Life
23.01.2018

Linus Torvalds kritisiert Intels schlampige Patches

Der Schöpfer des Linux-Kernels greift Intel an, weil die Updates, die gegen die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown veröffentlicht wurden, seinen Ansprüchen nicht genügen.

In einer öffentlich einsehbaren E-Mail-Konversation mit dem britischen Amazon-Entwickler David Woodhouse bezeichnet Torvalds die Patches, die Intel veröffentlicht hat, als "kompletten Mist", wie thenextweb berichtet. Laut Torvalds müssen Nutzer den Meltdown-Patch während des Startvorgangs erst aktivieren, damit er Wirkung zeigt. Das missfällt dem Linux-Erfinder. Er sähe lieber eine automatische Aktivierung nach der Installation.

Torvalds vermutet, dass Intel davon abgesehen hat, weil Leistungseinbußen bei den Prozessoren gefürchtet werden, die dem Image des Chipherstellers schaden könnten. Zudem kritisiert Torvalds, dass Intel redundanten Code in den Sicherheitsupdates integriere, der bereits geschlossene Sicherheitslücken adressiere. Linus ist der Meinung, dass das gemacht wurde, damit es aussehe, als ob Intel eine große Zahl von Problemen behebe.

Intel reagierte mit einem Statement auf die Torvalds-Kritik: "Wir nehmen die Rückmeldungen unserer Industriepartner ernst. Wir sind aktiv mit der Linux-Community in Kontakt, auch mit Linus, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten." Nach der Veröffentlichungen neuer Patches vergangenen Woche haben Nutzer von unerwünschten Systemneustarts berichtet. Intel rät derzeit von der Installation dieser Updates ab.