Digital Life
04.10.2018

Mörder per Fitbit-Daten überführt

Die Polizei hat die Pulsdaten des Fitness-Trackers genutzt, um den Todeszeitpunkt des Opfers festzustellen.

Die 67-jährige Karen Navarra wurde von der Polizei tot in ihrem Haus in San Jose, USA gefunden. Mitarbeiter von ihr hatten die Behörden alarmiert, nachdem sie nicht zur Arbeit erschienen war. Navarra saß zusammengekauert auf einem Stuhl, ein Küchenmesser in der Hand. Obwohl alles nach Selbstmord aussah, begann die Polizei zu ermitteln.

Im Zuge der Ermittlungen wurde Anthony Aiello, der 90-jährige Stiefvater, befragt. Er gab an Navarra besucht zu haben, um ihr Pizza vorbeizubringen. Nach 15 Minuten sei der wieder gegangen – danach hätte sie sich wohl umgebracht.

Pulsmesser

Auf Videoaufnahmen war aber zu sehen, dass sein Auto länger als 15 Minuten vor dem Haus von Navarra geparkt war. Die Polizei verglich die Zeit mit der von Navarras Fitness-Tracker der Marke Fitbit. Dieser hat einen Pulsmesser eingebaut. Auf den Daten war zu sehen, dass es einen sprunghaften Anstieg des Pulses gab, der dann rapide langsamer wurde.

Aufgrund dessen lässt sich der Todeszeitpunkt von Navarra fast minutengenau festmachen. Der Zeitpunkt des Todes fällt in die Zeitspanne, in der das Auto von Aiello vor ihrem Haus war. Das legt nahe, dass er zum Todeszeitpunkt im Haus war. Aufgrund dessen wurde er wegen Mordverdacht festgenommen.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Polizei Daten von Fitness-Trackern nutzt, um Verdächtige einer Lüge zu überführen. Im Vorjahr konnte anhand der Schrittdaten die Geschichte eines Mannes widerlegt werden, der behauptete, seine Frau wurden von einem maskierten Einbrecher ermordet.