Digital Life
06.04.2017

Nach Shitstorm: Pepsi zog Werbespot zurück

Das Video mit Model Kendall Jenner thematisierte Proteste von Afroamerikanern gegen Polizisten, wurde aber für die stark verfälschte Darstellung heftig kritisiert.

Der Getränkehersteller Pepsi hat sich mit einem missverständlichen Werbespot viel Ärger zugezogen. Das US-Unternehmen zog das Verkaufsfilmchen mit Model Kendall Jenner am Mittwoch zurück und entschuldigte sich dafür. Das Video ist weiterhin beim Branchenportal AdWeek zu sehen. In einer Anspielung auf die Proteste gegen Polizeigewalt war zu sehen, wie Jenner einem uniformieren Beamten vor einer Kulisse von Demonstranten eine Dose Pepsi-Cola überreichte.

Damit wollte Pepsi auf die US-Aktivistin Ieshia Evans, die sich 2016 einer Polizeikette in Baton Rouge entgegenstellte und dabei fotografiert wurde. Das Bild wurde von vielen Seiten als historisch bezeichnet.

Antwort von Tochter von Martin Luther King

Der Spot sollte eigentlich eine "globale Botschaft der Einheit, des Friedens und des Verständnisses" übermitteln, erklärte Pepsi. "Dieses Ziel haben wir ganz klar verfehlt, und wir entschuldigen uns dafür." Es sei keinesfalls die Absicht gewesen, "ein ernstes Problem auf die leichte Schulter zu nehmen". Neben der Schlussszene wurde auch kritisiert, dass der Protest zu sehr romantisiert und wie eine einfache Party dargestellt werde.

In sozialen Netzwerken im Internet wiesen zahlreiche Nutzer darauf hin, dass das Überreichen von Erfrischungsgetränken kein probates Mittel im Kampf gegen institutionalisierten Rassismus sei. Zu den Kritikern zählte die Tochter des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King, Bernice King. "Wenn Daddy bloß von der Wirkung von Pepsi gewusst hätte", schrieb sie ironisch auf Twitter - und postete ein Foto, auf dem ihr Vater von Polizisten drangsaliert wird.