Die HMS Queen Elizabeth im Rosyth Naval Dockyard
© APA/AFP/ANDY BUCHANAN

Cybersecurity

Neuer britischer Flugzeugträger verwendet Windows XP

Der ganze Stolz der britischen Marine ist bereit für seine ersten Tests auf hoher See. Aus diesem Anlass veranstaltete die Royal Navy eine Tour durch das Schiff, bei der Beobachter das Microsoft-Betriebssystem Windows XP auf Bildschirmen erkennen konnten. Das wirft nun die Fragen auf, warum der Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth veraltete Software verwendet und ob sich das Schiff dadurch nicht einer immensen Gefahr durch Cyberangriffe aussetzt.

Spezialisten an Bord

Die Royal Navy versichert, dass diverse Sicherheitsmaßnahmen gesetzt wurden, um Cyberangriffe auf das Schiff zu verhindern. Zu diesem Zweck befänden sich bei Einsätzen auch Cybersecurity-Spezialisten an Bord. Dass Windows XP auf dem Schiff verwendet wurde, erkläre sich aus der langen Konstruktionsphase. "Wenn du ein Schiff kaufst, kaufst du es nicht heute, sondern du hast es vor 20 Jahren gekauft. Damals waren die Spezifikationen wahrscheinlich gut", erklärt Mark Deller, der Luftfahrt-Kommandant an Bord der HMS Queen Elizabeth. "Wir haben das Schiff mit Reservekapazitäten ausgestattet, wir werden also immer die Fähigkeit haben, Dinge zu modifizieren und zu aktualisieren."

Tug boats manoeuvre the 65,000-tonne British aircraft carrier HMS Queen Elizabeth on the Firth of Forth in east Scotland, on June 26, 2016, after escorting it out of its berth in Rosyth Naval dockyard to begin sea trials. The 65,000-tonne HMS Queen Elizabeth is one of two carriers being built at a combined cost of £6.2 billion ($10.6 billion, 7.8 billion euros) to overhaul Britain's naval capabilities. The ship measures 280 metres (920 feet) long -- the equivalent of 28 London buses or nearly three times the length of Buckingham Palace -- and 56 metres from keel to masthead. / AFP PHOTO / Andy Buchanan

Sorge vor WannaCry und Co.

Gerade in Großbritannien, dessen Gesundheitssystem NHS vor kurzem durch die Ransomware WannaCry lahmgelegt wurde, ist die Sorge groß, dass Windows XP erneut zum Einfallstor für Cyberangriffe werden könnte. "Wenn XP zur Steuerung des Schiffes verwendet wurde, ist das extrem riskant", attestiert Informatik-Professor Alan Woodward von der University of Surrey. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll das Computernetz des Flugzeugträgers komplett überarbeitet werden, meint ein Informant aus dem Verteidigungsministerium gegenüber Telegraph.

Russland beobachtet

Die 65.000 Tonnen schwere und 3,5 Milliarden Pfund teure HMS Queen Elizabeth ist unterdessen aus ihrem Dock im schottischen Rosyth (nahe Edinburgh) ausgelaufen. Bei seiner ersten großen Ausfahrt werden Schiffe und Flugzeuge des russischen Militärs das Schiff wahrscheinlich in Augenschein nehmen, ist die Royal Navy überzeugt. WannaCry wurde eine Zeit lang auf russische Urheber zurückgeführt. NSA und die britische Cyberabwehr sind aber mittlerweile zur Überzeugung gelangt, Nordkorea stünde hinter dem Cyberangriff im Mai.

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David Kotrba

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