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© APA/AFP/KIM WON JIN / KIM WON JIN

Digital Life

Nordkorea setzt auf eigene Videochat-Software

Statt Zoom, Skype oder Teams wird in Nordkorea Rakwon verwendet, wenn man per Videochat miteinander kommunizieren will. Die Software ist bei Regierung und Unternehmen weit verbreitet, wie The Korea Herald berichtet. Für Nutzer außerhalb des Landes ist Rakwon (übersetzt: Paradies) nicht verfügbar. Für grenzüberschreitende Videochats ist es auch nicht geeignet. Hier verwenden nordkoreanische Stellen u.a. das Programm Voov des chinesischen Tencent-Konzerns.

Software existiert schon seit 10 Jahren

Offenbar hat auch der nordkoreanische Staatsführer Kim Jong-un Rakwon zumindest bei zwei Gelegenheiten benutzt. Die Software wurde bereits vor 10 Jahren an der Kim Il Sung Universität entwickelt. Erstmals bekannt wurde ihre Existenz im Jahr 2012. Während der Corona-Krise verbreitete sich ihr Einsatz rasant.

Nordkorea verfolgt angeblich ehrgeizige Pläne mit Rakwon. In einer staatlichen Presseaussendung heißt es in blumigem Stil: "Da es sich ausbreitet und tiefer in das Land hineinreicht, werden immer mehr Organisationen und Büros fähig sein, sich zu verbinden und von video-basierten Systemen wie Rakwon und den nationalen Telemedizin- und Teleunterrichts-Netzwerken zu profitieren."

IT made in Nordkorea

Laut Golem drangen immer wieder Neuigkeiten über nordkoreanische IT-Projekte ans Tageslicht. Im Herbst 2020 wurde etwa bekannt, dass Nordkorea an einem mobilen Bezahlsystem arbeitet. Ein Smartphone sollen unterdessen nur rund ein Viertel der Bevölkerung besitzen.

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