Digital Life
01.01.2014

NSA ist Technologie-Unwort des Jahres

Die futurezone-Leser haben abgestimmt und die NSA mit Respektabstand zum Technologie-Unwort des Jahres gekürt. Dahinter folgen Selfie und Phablet.

Die Kreativität der Tech-Branche scheint keine Grenzen zu kennen, vor allem beim Erschaffen neuer Begriffe. Doch ein neuer Begriff muss nicht immer positive Emotionen wecken. Sei es Fonblet, Glasshole oder 3D-Drucker-Waffe, auch 2013 gab es wieder einige Wortschöpfungen, die besonders unangenehm auffielen. Aber nicht nur neue Wortkreationen wurden bei der Wahl zum Technologie-Unwort gesucht, auch andere negativ behaftete Begriffe, wie NSA, Bitcoin und der Dauerbrenner "Big Data", wurden nominiert.

Die futurezone-Leser konnten ihre Vorschläge einreichen, gemeinsam mit einer Auswahl der Redaktion standen diese nun zwei Wochen zur Abstimmung. Die Wahl fiel auch dieses Jahr recht eindeutig aus, der Kampf um Platz Zwei gestaltete sich jedoch spannend.

Der Sieger: NSA

Der Sieger konnte sich dieses Jahr nicht so eindeutig absetzen wie "Festplattenabgabe" im Vorjahr, dennoch gab es einen ordentlichen Respektabstand zu Platz 2. Mit 28,6 Prozent landete der US-Geheimdienst NSA an der Spitze, der dieses Jahr kaum mehr aus den Schlagzeilen herauskam. Vor allem die von Edward Snowden aufgedeckten Überwachungsprogramme, wie PRISM, sorgten dafür, dass der eigentlich im Verborgenen agierende Geheimdienst plötzlich im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stand.

Die Enthüllungen, die meist als NSA-Skandal oder NSA-Affäre bezeichnet wurden, dominieren die Berichterstattung seit Juni und könnten laut dem Journalisten Glenn Greenwald2014 ein noch größeres Ausmaß annehmen. Die NSA ist seitdem außerhalb der USA zu einem Feindbild für die Privatsphäre geworden. Doch das hat auch sein Gutes, denn das Bewusstsein für Datenschutz steigt seit den Enthüllungen stetig, woraufhin die wichtigsten Internet-Konzerne reagierten und stärkere Schutzmaßnahmen ankündigten.

Platz Zwei: Selfie

Erst im November wurde Selfie vom Oxford Dictionary zum Wort des Jahres gewählt, nun landet es bei der futurezone-Wahl zum Technologie-Unwort auf Platz Zwei. Laut Oxford Dictionary stieg die Nutzung des Wortes 2013 um das 170-fache. Das dürfte auch einigen futurezone-Lesern aufgefallen sein, die dem Wort insgesamt 15,8 Prozent der Stimmen gaben. Der Begriff selbst ist nicht wirklich neu, erstmals tauchte er 2002 in einem Posting auf einem australischen Forum auf.

Doch 2013 explodierte die Verwendung des Begriffes, plötzlich fanden sich "Selfies" überall. Auch Prominente machten den Trend mit, angefangenbeim neuen Papst Franziskus über Darth Vader (zum Start des offiziellen Instagram-Kontos von Star Wars) unddem Mars-Rover Curiosity. Das Selfie von US-Präsident Barack Obama auf der Trauerfeier von Nelson Mandela sorgte hingegen für internationale Aufregung, da es von vielen als unangebracht empfunden wurde.

Platz Drei: Phablet

Smartphone-Riesen mit mehr als fünf Zoll Bildschirmdiagonale sind

seit Samsungs Galaxy Note-Modellen

keine Seltenheit mehr, die Bezeichnung "Phablet" hat sich aber immer noch nicht so recht durchgesetzt. Die Kreuzung aus den Begriffen Smartphone und Tablet soll diese neue Geräteklasse beschreiben, die die Verkaufszahlen der Smartphone-Hersteller mittlerweile deutlich ankurbelt. Analysten schätzen, dass 2015 mehr als 230 Millionen Phablets verkauft werden, dieses Jahr waren es noch rund 60 Millionen.

Doch bis dahin sollte sich ein neuer Name finden, denn sowohl Phablet (12,3 Prozent der Stimmen) als auch

das von Samsung vorgeschlagene Fonblet

(Platz Vier mit 6,5 Prozent) finden keinen Anklang. Einen Platz in den Top 10 fanden auch die Begriffe Bitcoin, Leistungsschutzrecht, 3D-Drucker-Waffe, Big Data und Smartwatch.

Das Endergebnis:

  1. NSA (28,6 Prozent)
  2. Selfie (15,8 Prozent)
  3. Phablet (12,3 Prozent)
  4. Fonblet (6,5 Prozent)
  5. Bitcoin (4,5 Prozent)
  6. Leistungsschutzrecht (3,8 Prozent)
  7. 3D-Drucker-Waffe (3,7 Prozent)
  8. Big Data (3,6 Prozent)
  9. Smartwatch (3 Prozent)
  10. 5C (3 Prozent)