Digital Life
18.12.2013

ÖBB: Kein Fahrplan für App-Entwickler

Nachdem die ÖBB erstmals Fahrplandaten an Google liefern, wurde auch der Ruf nach der Freigabe der Daten für Entwickler laut. Die ÖBB will ihn nicht erhören.

Seit Montagabend liefern die Österreichischen Bundesbahnen Fahrplandaten an Googles Kartendienst (die futurezone hat berichtet). In der offiziellen Presseaussendung am Dienstag heißt es außerdem, dass „statische Daten“ auch als Open Data über die Website des ÖBB-Konzerns zum Download bereitgestellt werden sollen. Mit dem Fahrplan haben diese Daten jedoch nichts zu tun: „Es handelt sich um Streckendaten, die wir speziell für Externe zur Verfügung stellen“, so ÖBB-Sprecher Michael Braun gegenüber der futurezone.

Für App-Entwickler sind diese Daten unbrauchbar, wie Patrick Wolowicz, Entwickler der iOS-App Wann, der futurezone erklärt: „Dabei handelt es sich um statische Daten, wo die Routen liegen. Damit kann man Karten zeichnen, aber für Apps wie Wann reichen sie bei weitem nicht aus“. Die Daten müssten laut dem App-Entwickler viel umfangreicher sein: „Was man wirklich braucht, ist das, was sie Google gegeben haben beziehungsweise noch mehr, nämlich die Echtzeitdaten“, so Wolowicz.

"Ausgewählte Partner"

Dass die ÖBB in näherer Zukunft ihre Strategie ändern werden, scheint derzeit unwahrscheinlich: „Wir haben nicht vor den ganzen Fahrplan zur Verfügung zu stellen“, sagt Braun. Der Hauptfokus liege auf der Plattform Verkehrsauskunft Österreich (VAO), die das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) betreibt. Außerdem arbeite man mit „ausgewählten Partnern“ wie etwa Google Maps zusammen, „um die breite Öffentlichkeit zu erreichen“. Durch eine vollkommene Öffnung der Daten könne man gewisse Qualitätsstandards nicht mehr sicherstellen. „Google ist international etabliert“, so Braun. Das sei der Grund, warum man sich für den Suchmaschinenkonzern entschieden habe.

Google-Probleme bei den Wiener Linien

Negative Erfahrungen mit Google haben zuletzt die Wiener Linien gemacht. Im Rahmen eines Pilotversuches während der Fußball-EM 2008 wurden Google Fahrplandaten vorübergehend zur Einbindung in seinen Kartendienst zur Verfügung gestellt. Dabei gab es jedoch Probleme mit der Aktualiät der Daten. So sind etwa Fahrplanänderungen nach Angaben der Wiener Linien zu spät oder gar nicht übernommen worden.

Bei der ÖBB ist man diesbezüglich nicht besorgt. Laut Braun gehe man davon aus, dass eventuelle Fahrplanänderungen sofort in Maps übernommen werden. Auch die Umstellung der Pläne, die jedes Jahr im Dezember stattfindet, werde sofort bei Inkrafttreten übernommen, sagte Braun.