© Screenshot/www.spiegel.de

Digital Life
10/21/2019

ÖKM: Großes Interesse an "Ibiza"-Porno

Eine Porno-Parodie rund um den Ibiza-Skandal ist laut dem Produzenten ÖKM online höchst erfolgreich.

von Thomas Prenner

Die Ibiza-Affäre hatte in Österreich nicht nur politische Auswirkungen. Auch Unternehmen nutzen den Vorfall für ihre Produkte – etwa der österreichische Pornoproduzent ÖKM.

Jener hat mit dem Titel „Ibiza Oligarchin“ eine nicht-jugendfreie Parodie veröffentlicht, die sich an die Ereignisse auf der spanischen Baleareninsel anlehnt. Veröffentlicht wurde der Pornofilm im September. Laut Medienberichten mit großem Erfolg, wie auch ÖKM-Chef Thomas Janisch gegenüber der futurezone bestätigt.

„Vorne mit dabei“

Zwar sei es für eine umfassende Bilanz noch zu früh, man könne aber sagen, dass „die Produktion ganz vorne mit dabei sein wird.“ Online sei er schon erhältlich, aktuell laufe der DVD-Vertrieb an. Produziert wurde der Pornofilm gemeinsam mit dem Unternehmen Fun Movies.

Es sei das erste Mal, dass das Unternehmen ein Thema mit politischem Bezug aufgreift. Aufgrund des „großen Interesses“ wolle man aber „die Augen weiter offen halten“. Laut Janisch gebe es „08/15-Porno-Produkte zuhauf“. „Die Leute sind übersättigt“, so Janisch. Das liege an den massenhaften Gratis-Angeboten im Netz. Dagegen halten wolle man unter anderem mit derartigen lokalen Content. „Wir stellen fest, dass Nischenprodukte sehr gut laufen“, so Janisch.

Budget

Pornhub und Co sowie deren umfassende Gratis-Angebote haben auch wirtschaftliche Auswirkungen auf ÖKM, das mittlerweile rund die Hälfte seiner Umsätze mit Online-Angeboten generiert. Ein Film wie die „Ibiza Oligarchin“ hat heute ein Budget zwischen 5.000 und 10.000 Euro, wie Janisch erklärt. „Früher war das das Zehnfache.“

Den Print- und DVD-Verkauf will Janisch aber noch lange nicht für tot erklären. Das Unternehmen ist aktuell der größte Anbieter pornografischer Print-Produkte im deutschsprachigen Raum. Besonders ältere Kunden würden nach wie vor zu Magazin oder DVD greifen. „Das liegt vielleicht auch an negativen Erfahrungen mit unseriösen Anbietern, wo sie abgezockt wurden oder sich Viren eingefangen haben.“