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Digital Life
07/09/2019

Online-Plattform bittet um Gebet für Österreichs Politiker

Nutzer können auf der "Pray for Austria"-Plattform auswählen, für wen und wie oft sie beten wollen.

Nicht nur ÖVP-Chef Sebastian Kurz soll - wie jüngst bei einem evangelikalen Großevent - Gottes Segen zuteilwerden. Ab sofort gibt es unter www.prayforaustria.at die Möglichkeit, für politische Verantwortungsträger jeder Partei zu beten. Unterstützung für die private Initiative gibt es unter anderem durch die römisch-katholische Bischofskonferenz. Anlass war laut "Kathpress" die "Ibiza-Affäre".

Für insgesamt 274 Politiker - vom Bundespräsidenten über Parteichefs, Regierung und Landeshauptleute bis hin zu Nationalrats- oder Bundesratsabgeordneten - kann auf der Plattform gebetet werden. Wer sich nicht entscheiden kann, bekommt eine Person per Zufallsprinzip zugelost. Zusätzlich deklariert der oder die Betende im Internet, ob einmal am Tag, einmal die Woche oder einmal im Monat gebetet werden soll.

Rasch verspottet

Wie auf der öffentlich einsehbaren Namensliste zu sehen ist, wird die Plattform aber nicht allzu ernst genommen. Unbekannte haben sich mit Jux-Botschaften, politischen Slogans und scheinbar endlosen Zahlenkolonnen eingetragen. Die Teilnehmer-Anzahl wuchs dadurch auf knapp 200 am frühen Dienstagnachmittag.

Nur wenige Minuten, nachdem über die Website berichtet wurde, nutzten die ersten Aktivisten die Möglichkeit, um via Namensliste ihre eigenen Botschaften zu verbreiten. Darunter zu finden war etwa "Kirchenaustrittjetzt", "Spaghettimonster", "QueerLiberationArmy", "DerTeufelsollEuchholen", "Adolf" und "NieMehrSebastianKurz". Das Problem: Das Formular erfordert zwar die Eingabe einer E-Mail-Adresse, ob diese gültig ist, wird allerdings nicht überprüft.

Überkonfessionell angesetzt

Initiatorin der Online-Gebetsplattform ist Helene Cuenod, eine 45-jährige gebürtige Schweizerin und seit 2002 in Wien als Unternehmensberaterin tätige engagierte Katholikin. Sie möchte mit dieser Initiative aktiv etwas für Österreich tun, wie sie gegenüber "Kathpress" erklärte. Den Anstoß gab laut Cuenod der Rücktritt des ehemaligen Vize-Kanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) nach dem Auftauchen des inkriminierenden "Ibiza-Videos".

Die Initiative sei bewusst überkonfessionell angelegt und solle auch einen wichtigen ökumenischen Impuls setzen, so die Initiatorin. Auf der Website findet sich daher auch eine Auswahl an verschiedenen Gebetsformen der jeweiligen christlichen Konfessionen. Unterstützt wird www.prayforaustria.at unter anderem vom Institut für Ehe und Familie der Österreichischen Bischofskonferenz, "Missio Austria", von der Evangelischen Allianz und der "Plattform Christdemokratie". Die Datenschutzerklärung sichert zudem zu, dass die im Formular übermittelten Daten lediglich zum Zwecke der Aktion verwendet und nicht an Dritte weitergegeben werden sollen.