© David Kotrba

Verkehr
03/30/2012

Parkraumüberwachung mit dem Scooter

Die Parksheriffs der Zukunft lassen ihr Scanner-Moped arbeiten, kontrollieren so bis zu 700 Fahrzeuge pro Stunde und brauchen sich nicht einmal um die Protokollierung von Parksünden kümmern.

von David Kotrba

Das niederländische Unternehmen Abstract Computing hat auf der Fachmesse Intertraffic ein neues Werkzeug zur Parkraumüberwachung vorgestellt, das einer der wohl weltweit unbeliebtesten Berufsgruppen künftig einigen Spaß machen könnte. Mit dem ScanScooter flitzen Parksheriffs durch die Straßen, während High-Tech-Ausstattung die Kontroll-Arbeit übernimmt. Voraussetzung ist die digitale Vergabe von Parkberechtigungen auf Nummerntafel-Basis, sei es über Web-Registrierung oder Handy-Parken. Für den ScanScooter hat Abstract Computing den Intertraffic-Innovationspreis in der Kategorie Parkraumbewirtschaftung erhalten.

ScanScooter von Abstract Computing auf der Intertraffic Fachmesse in Amsterdam, dortiger Gewinner des Innovation Award in der Kategorie Parking/ Parkraumbewirtschaftung.

ScanScooter von Abstract Computing auf der Intertraffic Fachmesse in Amsterdam, dortiger Gewinner des Innovation Award in der Kategorie Parking/ Parkraumbewirtschaftung.

ScanScooter von Abstract Computing auf der Intertraffic Fachmesse in Amsterdam, dortiger Gewinner des Innovation Award in der Kategorie Parking/ Parkraumbewirtschaftung.

ScanScooter von Abstract Computing auf der Intertraffic Fachmesse in Amsterdam, dortiger Gewinner des Innovation Award in der Kategorie Parking/ Parkraumbewirtschaftung.

ScanScooter von Abstract Computing auf der Intertraffic Fachmesse in Amsterdam, dortiger Gewinner des Innovation Award in der Kategorie Parking/ Parkraumbewirtschaftung.

Strafanzeigen werden automatisch generiert
Hinter dem Fahrersattel des ScanScooter beherbergt ein kleiner Aufbau vier Kameras und Infrarot-Leuchten. Während das Moped an parkenden Autos vorbeifährt, werden deren Nummerntafeln mit 40 Bildern pro Sekunde aufgenommen und erfasst. Die erfassten Nummern werden per 3G an einen zentralen Server weitergeleitet, der diese mit den jeweiligen Parkberechtigungen abgleicht. Wird ein Delikt erkannt, kann automatisch eine Strafanzeige generiert werden, samt Zeitpunkt der Kontrolle, GPS-Koordinaten und einem Schwarz-Weiß-Bild des Parksünders. Rund 700 Fahrzeuge pro Stunde können auf diese Art kontrolliert werden.

Verhandlungen mit dem Parksheriff würden mit diesem System wohl der Vergangenheit angehören, dafür wäre dieser zu schnell unterwegs. Der ScanScooter ist auf eine Reisegeschwindigkeit von 30 km/h ausgelegt, was wohl eher am Herkunftsland als an der technischen Machbarkeit liegt. In Holland dürfen bis zu 30 km/h schnelle und mit unter 50 Kubikzentimetern motorisierte Mopeds nämlich auf Radwegen fahren, was die Anreise  zum Bestimmungsort bei Staus erheblich erleichtert.

Highspeed-Kamera
Neben dem ScanScooter wird auch ein ScanAuto angeboten, dessen Spezifikationen dem Moped überlegen sind: Bei 60 km/h Fahrgeschwindigkeit werden 140 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Pro Stunde können bis zu 1.500 Fahrzeug-Kennzeichen geprüft werden. Um sicherzustellen, dass Nummern korrekt erfasst wurden, benötigen sowohl ScanScooter als auch ScanAuto jeweils sieben Aufnahmen pro Nummerntafel, was die hohe Bildrate notwendig macht. Die beiden Scanner-Fahrzeuge sind Teil des Produktpakets SCANaCAR. Dieses beinhaltet auch die zur Verarbeitung der Rohdaten notwendige Software und Anbindung an ein existierendes Parkberechtigungs-System. Die Software wird vom Partnerunternehmen Agendum (ebenfalls aus den Niederlanden) zugeliefert.

Inkompatible Parkpickerl
Automatische Nummerntafel-Erkennungs-Systeme (ANPR) sind - abgesehen von einem Einsatz auf Mopeds - bereits seit einiger Zeit am Markt. In London wird etwa seit 1997 ein statisches System verwendet, das Nummerntafeln an allen Zugangspunkten zur Innenstadt kontrolliert. Im australischen Melbourne werden Scanner-Autos verwendet, um Parkberechtigungen zu prüfen. Auf ein Parkberechtigungs-System, wie es etwa in Wien mit Parkscheinen und "Parkpickerln" existiert, kann eine fahrende Scanner-Lösung bisher nicht angewendet werden. Zettel und Aufkleber hinter Windschutzscheiben würden laut Abstract Computing vor allem deshalb nicht erkannt werden, weil sie im Gegensatz zu Nummerntafeln kaum Infrarotlicht reflektieren. In Österreich sind ANPRs derzeit nur zur Kriminalitätsbekämpfung, etwa zum Erkennen von gestohlenen Fahrzeugen, im Einsatz.

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