Sicherheit auf dem Alexanderplatz

© APA/dpa/Paul Zinken / Paul Zinken

Digital Life
12/02/2019

Polizei verliert Ermittlungsdaten bei Update auf Windows 10

Die Polizei gibt den Beamten die Schuld, die wiederum der Polizei schlechte Kommunikation vorwerfen.

Es hat schon einen Grund, dass immer gepredigt wird: „Vor einem Betriebssystem-Upgrade, alle wichtigen Daten sichern!“ Das kann man allerdings nur machen, wenn man weiß, dass so ein Upgrade vorgenommen wird – wie Ermittler der Berliner Polizei jetzt feststellen mussten.

Wie der Tagesspiegel berichtet, passierte das Ganze bereits vorige Woche. In der Direktion 2 der Kriminalpolizei wurden Computer von Windows 7 auf Windows 10 umgestellt. Dabei wurden die lokalen Festplatten gelöscht. Auf diesen waren aber Ermittlungsdaten gespeichert, etwa zu Raub, Betrugsfällen und Wiederholungstätern. Diese sollen nun unwiderruflich verloren sein.

Laut der Direktion 2 ist ein IT-Mitarbeiter einfach in die Büros gegangen und habe das Update gemacht – ohne vorher die Daten auf den Festplatten zu sichern. Eine Information, dass dies passieren werde, habe es nicht gegeben.

Wichtige Daten nur auf Servern speichern

Die Polizei von Berlin hat auf die Vorwürfe der Direktion 2 reagiert. Demnach seien die Beamten schuld, dass die Daten verlorengingen. Dienstliche Daten müssen laut den Richtlinien auf Servern und nicht lokalen Festplatten gespeichert werden. Außerdem habe man zwei Mal vor der Umstellung per Mail informiert und ein Tool bereitgestellt, mit der Beamte ihre lokalen Daten sichern können.

Allerdings war das nur eine allgemeine E-Mail, dass man auf Windows 10 umstellen werde. Ende Oktober gab es die zweite E-Mail, mit Hinweisen zum Umgang mit wichtigen Daten. Eine Warnung zur Datensicherung mit dem Datum der Umstellung gab es aber nie, bestätigt sowohl die Polizei als auch die Direktion 2. Es seien aber ohnehin „nur“ 16 Rechner betroffen und Beschwerden hätte es nur von „vereinzelten Beamten“ gegeben, so ein Polizeisprecher.

Die Direktion 2 sieht das anders. Es seien viel mehr Beamte vom Datenverlust betroffen. Zudem sei es eigentlich üblich, dass kurz vor solchen Maßnahmen die Betroffenen informiert und gewarnt werden.