Marriott International musste in den USA nun klein beigeben

© Marriott Hotel

Entscheidung
02/01/2015

Privates WLAN blockiert: Hotelkette Marriott gibt auf

Marriott hat in den USA seine Pläne endgültig begraben, WLAN-Hotspots von Gästen unterbinden zu wollen. Die Kommunikationsbehörde FCC stellte klar, dass so etwas illegal ist.

Dass die Hotelkette nachweislich private WLAN-Hotspots in Konferenzräumen mit WLAN-Jammer gestört und unbrauchbar machte, brachte Marriott bereits im Herbst 2014 eine Geldstrafe von 600.000 US-Dollar ein. Auch wenn die Kette die in Einigung mit der US-Kommunikationsbehörde FCC erzielte Summe bezahlte, ließen die Verantwortlichen nicht locker und brachten einen Antrag ein, der klären sollte, ob aus Gründer der Cybersicherheit eine derartige Maßnahme prinzipiell erlaubt sei.

Behörde verurteilt Maßnahme

Nachdem die FCC bereits vor einigen Tagen unmissverständlich klar gemacht hatte, dass eine derartige Manipulation bzw. der direkte Eingriff in persönliche Geräte von Gästen nach der derzeit geltenden Rechtslage illegal sind, zog Marriott den Antrag nun zurück. In einer offiziellen Stellungnahme verteidigte Marriott-CEO Arne Sorenson das ursprüngliche Vorhaben, gab aber auch zu, dass dieses angesichts des Gegenwinds durch Kunden und die Behörde zum Scheitern verurteilt sei.

Sorenson zufolge war alles ein großes Missverständnis. Es sei der Hotelkette niemals um Zusatzeinnahmen für das vom Hotel bereitgestellte Internet gegangen - vielmehr habe man vor allem Business-User vor Hackerangriffen und bewusst gelegten WLAN-Fallen schützen wollen, über die Passwörter und sensible Informationen ausgespäht werden können. Bei dem Vorfall sei es um ein einziges Hotel gegangen, für das ein von der FCC prinzipiell zugelassenes Jammer-Gerät gegangen sei.

Falscher Ansatz

Alle Erklärungsversuche der Hotelkette hätten aber immer nur zu weiteren negativen Reaktionen geführt. Daher sei man nun zu dem Schluss gekommen, dass der eigene Ansatz falsch war. "Wir werden unser bestes tun, um unsere Konferenzgäste vor den Sicherheitsrisiken von verbrecherischen WLAN-Hotspots zu warnen. Aber lassen wir das Ganze jetzt hinter uns", schreibt Sorenson.