Demonstration des Desinfektions-Tunnels, der Wladimir Putin vor den Keimen seiner Gäste schützen soll

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Digital Life
06/17/2020

Putins Gäste müssen in die Desinfektionskammer

Gäste müssen sich in einem Tunnel automatisch desinfizieren lassen, um den russischen Präsident nicht mit Keimen zu überraschen.

Bei einer Audienz im Kreml oder einem Besuch in Wladimir Putins Privatdomizil müssen sich Gäste bei Ankunft künftig in einen speziellen Container begeben. Dabei handelt es sich um eine Desinfektionskammer bzw. einen Desinfektions-Tunnel, in dem Personen bei Eintreten automatisch mit einem desinfizierenden Aerosol besprüht werden. Wie CNBC und der Guardian berichten, hat die Nachrichtenagentur RIA Nowosti dies nun enthüllt.

Drei Kammern

Zwei der Desinfektionskammern sind im Kreml aufgestellt, eine in Putins Haus in Nowo-Ogarjowo nahe Moskau. "Sie wurden installiert, als die [Corona-]Epidemie gerade in voller Blüte war", verrät Dmitri Peskow, der Sprecher von Putin. "Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen sind berechtigt und verständlich, wenn es den Präsidenten betrifft." Neben dem Versprühen von Desinfektionsmittel können die Maschinen angeblich auch ultraviolettes Licht anwenden, die Körpertemperatur messen und sogar Gesichter erkennen.

Made in Penza

Hergestellt wird die Desinfektionskammer namens "Mizo Safe" in der 500.000-Einwohner-Stadt Penza, rund 500 Kilometer südwestlich von Moskau. Die Stadtregierung ist mächtig stolz auf die Errungenschaft. "Die Fabrik in Penza hat nicht nur ihre Aufgabe erfüllt, sondern die Sicherheit des Führers unseres Landes und all jener, die ihn besuchen, sichergestellt", heißt es in einer Presseaussendung. Auf der Kammer prangt auch der Aufdruck "Made in Penza".

Russian President Vladimir Putin during video conference meeting on Russian fuel and energy industry

500.000 Infektionsfälle

Wladimir Putin hat sich während der Corona-Krise in Isolation begeben, nachdem Menschen, mit denen er engen Kontakt hatte, mit COVID-19 diagnostiziert wurden. In Russland wurden mehr als 500.000 Infektionsfälle gezählt, womit das Land den weltweiten dritten Platz belegt. Über 7000 Menschen sind dem Virus zum Opfer gefallen. Diese offizielle Zahl wird aber angezweifelt.