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Digital Life
10/06/2020

QR-Code statt Formular: Neue Wiener Lösung für digitale Gästeliste

Die Wirtschaftskammer Wien hat den nächsten Schritt zur Unterstützung der Gastronomie- und Kaffeehaus-Branche vorgestellt.

von Andreea Iosa

Seit 28. September gilt in Wien eine Registrierungspflicht in der Gastronomie. Das wird teilweise auf Papier gemacht oder über andere digitale Plattformen. Heute haben Bürgermeister Michael Ludwig und der Präsident der Wirtschaftskammer Wien (WKW) Walter Ruck eine neue offizielle digitale Gästeliste für die Wien vorgestellt. Umgesetzt wird sie von Wien Ticket.

Für Gäste

Laut Matthäus Zelenka von Wien Ticket, der die Lösung entwickelt hat, müsse sich ein Gast nur einmal registrieren und könne seine Daten für weitere Lokal-Besuche freiwillig abspeichern. In weiterer Folge müsse der Gast nur noch den QR-Code vor Ort einscannen, der direkt auf den Tischen aufgestellt ist.

Die Gäste-Daten seien laut Zelenka nicht nur bei der Übermittlung, sondern bereits auf dem Gerät des Gastes verschlüsselt. Der Kunde registriert sich, gibt Daten wie Name, eMail-Adresse und Telefonnummer ein und kann wieder auschecken. Ob die Daten richtig sind, würde nicht überprüft. „Wir setzten auf die Eigenverantwortung der Bürger“, so Ludwig.

Für Gastronomen

„Der Gastronom kann die Daten der Kunden nie einsehen“, versichert Zelenka. Er könne die QR-Codes auf seinen Tischen aufstellen und im System eine Tischkennzeichnung vornehmen. Laut Zelenka sehe er, wie die Tische belegt seien und ob Gäste vom QR-Code Gebrauch machen. Sollte ein Corona-Fall bekannt werden, kann er von der Behörde per eMail oder SMS kontaktiert werden. Die Behörde könne die relevanten Informationen, bei einem Corona-Fall, nur nach Freigabe des Gastronomen einsehen.

Ludwig weist auf das Epidemiegesetz hin, wonach ein Gastronom verpflichtet ist, relevante Informationen weiterzugeben, wenn die Behörde sie im Falle einer Infektion erfragt. Tut er dies nicht, drohen Sanktionen. Nach vier Wochen würden die Informationen jedenfalls automatisch wieder gelöscht.

Papierform bleibt

In einem Interview mit der futurezone hatte Thomas Lohninger, Geschäftsführer der Bürgerrechtsorganisation epicenter.works, geäußert, dass eine Software, die direkt von offizieller Stelle eingesetzt wird, unbedingt Open Source sein müsse. Auf futurezone-Anfrage hat Matthäus Zelenka mitgeteilt, dass die Verschlüsselungstechnologie zwar Open Source sei, die Anwendung als solche jedoch nicht.

Einen Formzwang gebe es laut Ludwig aber nicht – so könne weiterhin auch die Registrierung auf Papier oder über andere digitale Lösungen durchgeführt werden. Die digitale Gästeliste der WKW würde jedenfalls allen Mitgliedern kostenlos angeboten.

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